Wer seine Tochter vor Gebärmutterhalskrebs schützen will,

sollte diesen Artikel von Kathrin Zinkant in der Süddeutschen Zeitung vom 26.12.2016 lesen. In der evidenzbasierten Medizin ist es klar: nur Impfungen, deren Nutzen höher ist als bei einem Placebo werden zur Anwendung zugelassen. Wie wichtig zum Beispiel die FSME Impfung auch für Rohmilchliebhaber ist, kann man diesem Artikel (Autorin Tina Baier, 5.4.2017) der SZ entnehmen.

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Genderforschung und die Ängste mancher katholischer

Geistlicher in Polen und weltweit sind Thema von „Tag für Tag“ (Deutschlandfunk, 9.12.2016). Dazu gibt es ein zweigeteiltes Interview mit Dr. Gerhard Schreiber. Schreiber erklärt darin, was man unter „Gender“ eigentlich genau versteht und warum es wichtig ist, dass betroffene transsexuelle Menschen wahrgenommen und einbezogen werden, wenn es um dieses Thema geht. Er stellt dar, warum sein Buch (Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften – mehr dazu hier) über 700 Seiten zu diesem Thema enthält, wie sich Biologie (Neurowissenschaften) und Geschlechtsrolle ergänzen und wie das alles helfen kann, Akzeptanz von transsexuellen Menschen zu erreichen und Diskriminierungen abzubauen. Wie sehr Diskriminierung weltweit Thema ist, sieht man schnell, wenn man den TDOR Bericht 2016 liest, zu dem es in deutscher Sprache viele Informationen bei blue.fm von Christian Knuth gibt. Auch die europäische Agentur für Grundrechte weist deutlich auf Defizite im Blick auf grundlegende Menschenrechte sowohl allgemein im Blick auf Frauen als auch insbesondere LGBT Menschen hin.

Wenn man hört, wie in Polen kath. Geistliche Horrorszenarien aufbauen und letztlich dadurch aktiv dazu beitragen, dass Menschen diskriminiert werden, empfindet man dagegen Gerhard Schreibers Position ein sachlicher, wohltuender Gegenpol.

Die Sendung (Audio) findet man hier im Internet. Die Interviews als Text hier.

Der Deutschlandfunk berichtete bereits unter der Überschrift „Entmoralisierung der Geschlechterfrage“ ausführlich über die internationale, interdisziplinäre Konferenz, Kirchenpräsident Volker Jung (den Dr. Schreiber im Interview erwähnte).

Zur sogenannten „Frühsexualisierung“ und der „Gender-Ideologie“ habe ich bereits an anderer Stelle im Blog geschrieben (ggf. Suche benutzen!)

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ein Preisausschreiben, bei dem man das neue Buch von G. Schreiber

gewinnen kann findet man hier bei queer. Teilnahme bis 9.12.2016! Viel Erfolg! Das Buch ist an anderer Stelle in diesem Blog ausführlich vorgestellt worden.

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Die sogenannte „Frühsexualisierung“

wird in diesem lesenswerten Artikel der ZEIT vom 21.11.2016 auf den wissenschaftlichen Prüfstand von Prof. Dr. Uwe Sielert (Kiel) genommen.
Ein Zitat:

„Das Wort Frühsexualisierung impliziert, dass Kinder keine sexuellen Wesen seien, dass sie keine körperliche Neugierde, Lusterfahrungen, zärtlichen Gefühle oder Bindungs- und Beziehungswünsche hätten. Das widerspricht jedoch jeder wissenschaftlichen Evidenz und persönlichen Alltagserfahrung.“

Sielert kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass manche versuchen,

„Sexualität […] für völkische Ideale“

zu instrumentalisieren.

Spannend wird es (und ich persönlich finde es beschämend), wenn man nicht nur bei Populisten, sondern auch bei Parteien, die man bislang dem bürgerlichen Spektrum zuordnen konnte, Aussagen findet, die anscheinend an Slogans von Populisten anbiedern wollen:

>>Genderideologie und Frühsexualisierung“ in den Schulen müssten gestoppt werden, heißt es in dem Familienpapier weiter: „Die Darstellung von Vielfalt und der im Grundsatz richtige Einsatz für Toleranz darf nicht in eine Diskriminierung der heterosexuellen Mehrheitsbevölkerung führen.“<< (Die Welt, 23.11.2016)

Fairerweise sollte man aber den Artikel von queer dazu lesen, in dem auch eine andere Sicht dargestellt wird. Mal sehen, wie sich die Partei dann tatsächlich positioniert.

Dazu fällt mir Franziska Schutzbachs sehr lesenswerter Aufsatz aus dem Jahr 2011 ein.
Und wer meint, >>dass man sich „mutig“ gegen „diese übertriebene political Correctness“<< stellen sollte, dem empfehle ich diesen Artikel.

Nachdenkenswert finde ich auch einen Essay vom 16.1.2016 von Axel Salheiser in der Huffington-Post:

>Die Begriffe „Gender-Ideologie“ und „Gender Mainstreaming“ werden oftmals synonym gebraucht; hauptsächlich um die staatliche Frauenförderungs- und Gleichstellungspolitik und deren feministische Vordenker*innen zu diffamieren. Das eigentliche Ziel ist jedoch, Menschen in homo- und trans*phoben Vorurteilen zu bestärken und zum „Widerstand“ gegen LGBTIQ*-Interessen aufzuwiegeln.<<

Auch der weitere Artikel ist sehr lesenswert…

Wie der Tagesspiegel berichtete, gibt es anscheinend nicht nur bei diesen Begriffen, sondern auch bei vielen anderen Worten Gruppen, die gezielt durch Begriffsverdrehungen und Neukombinationen Stimmung machen und die Gesellschaft spalten wollen.

Wie wenig sinnvoll für die Bevölkerung moralische statt medizinische Argumente im Blick auf das Gesundheitswesen sind, zeigt ein Artikel der WELT, in dem es heisst:

Als der Republikaner Gouverneur des US-Staates Indiana war, führten die Kürzung von Medizinausgaben und seine (moralisch begründete) Ablehnung einer Verteilung von sterilen Nadeln zu einem HIV-Ausbruch.“

Update: Dr. Gerhard Schreiber brachte es am 9.12.2016 so auf den Punkt:

„mir scheint, wer argumentiert, dass sexuelle und geschlechtliche Identität eine Frage der Erziehung ist, der muss auch annehmen, dass jemand vom bloßen Ansehen schwanger werden kann. Also das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“

Oberkirchenrätin Dr. Kristin Bergmann schrieb zum Thema ebenfalls einen Artikel mit der Überschrift „typisch männlich, typisch weiblich?„, der bei evangelisch.de veröffentlicht wurde.

Die Leser* des Männer Magazins wählten „Frühsexualisierung“ als Begriff, den man für das Unwort des Jahres vorschlagen soll.

Update 2/2017: der Queerspiegel brachte im Februar 2017 ebenfalls einen Artikel von Anja Kühne über die Propagandabegrifflichkeit rechtspopulistischer Gruppen. Warum hier rechte Ideologie verbreitet wird statt empirisch überprüfbare Fakten macht folgendes Zitat deutlich:

>>Plant der Staat tatsächlich, wehrlose Kinder zu „sexualisieren“? Und was soll das überhaupt bedeuten? Dass Lehrkräfte in der Grundschule sexuelle Praktiken erörtern oder Sexspielzeug herumreichen? Das wäre tatsächlich ein Skandal. Indes: Belege dafür blieben die „Demo für alle“ und die AfD bislang schuldig. Kein Bundesland hält seine Lehrkräfte dazu an, Kinder zu „sexualisieren“.<<

update 5/2017: Elisabeth Tuider, die das Buch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ geschrieben hat, äußerte sich in einem Interview mit dem Titel „Die Angst vor dem Regenbogen“ ebenfalls deutlich zur „Demo für alle“ und dem ideologischen Schlagwort der „Frühsexualisierung“.

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zwei neue Medienbeiträge verlinke ich

gerne:

 

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eine konstruktiv kritische Grundhaltung gegenüber Medizinern

einzunehmen empfiehlt das sehr lesenswerte und allgemeinverständliche Buch von
>>Dr. med. Gunter Frank: Fragen Sie Ihren Arzt – aber richtig! Was Patienten stark macht<<

Warum sollten insbesondere transsexuelle Menschen dieses Buch lesen (aber natürlich alle anderen auch)?

Weil es einem in sehr leicht verständlicher Sprache deutlich macht, wie man einen guten von einem weniger guten Mediziner unterscheiden kann. Es ist inbesondere im Blick auf Hormon-Ärzte (Endokrinologen), aber auch im Blick auf Chirurgen, sowie Hautärzte (Epilation!), Phoniater (Logopädie) usw… sehr hilfreich, wenn man einem Arzt die richtigen Fragen zu einer vorgeschlagenen Behandlung stellen kann.

Es gibt zum Beispiel im Bereich der Endokrinologie die Angewohnheit, sich auf Leitlinien zu berufen, wie transsexuelle Menschen behandelt werden sollten. Entsprechend werden Medikamente verschrieben. Aber woher will ein Laie erkennen, welche Medikamente langfristig wirklich wichtig und hilfreich sind? Genau auf diese Frage findet man in dem Buch wichtige Antwort- Kapitel!

Ein Kapitel hat z.B. die Überschrift: „Der Studien TÜV“
Darin erklärt Dr. Frank, wie man einschätzen kann, ob eine Behandlungsleitlinie eine hohe Qualität hat und ob der Arzt, der einen behandelt vielleicht aus gutem Grund besser davon abweicht.

„Deswegen reicht mir als praktischer Arzt eine reine Leitlinienempfehlung nicht aus, um meine Patienten nach deren Vorgaben zu behandeln. Erst wenn dahinter mindestens eine echte 1er-Studie steckt, nehme ich diese Empfehlung als Ausgangspunkt einer guten Therapieempfehlung auf reiner Studienbasis ernst. Das Risiko, meine Patienten vor allem Nebenwirkungen auszusetzen, ist ohne diese 1er-Studien nicht ausreichend geklärt.“

Von solchen Nebenwirkungen (z.B. bei CPA) berichten in der Community zahlreiche Menschen. Mehr dazu an anderer Stelle in diesem Blog.

Interessant ist auch die TV-Kritik zu Hart aber fair und die Hinweise am Ende des Textes im Blick auf die kritische Haltung gegenüber Medizinern und Arztpraxen, die versuchen, einem „Angst zu machen“….

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„that sexual differentiation processes…

are at least partially hormonally mediated, with high levels of prenatal androgens facilitating male-typed and inhibiting female-typed behaviors.“

„Historically, gender assignment was based essentially on surgical outcomes, assuming the neutrality of gender identity at birth. This policy has been challenged in the past decade refocusing on the importance of prenatal and postnatal hormonal and genetic influences on psychosexual development.“

find more about this in english language in Mark Solms: The Biological Foundation of Gender:  a Delicate Balance“ in: Gerhard Schreiber (Hg.) Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften.

Diese Thematik, die man in englischer Sprache in den beiden pubmed Artikeln lesen kann, findet man in einer gut verständlichen deutschsprachigen Übersetzung von Mark Solms Buch: „Das Gehirn und die innere Welt.“ – letztlich geht es um die Frage, wie Transsexualität entsteht. Die oben erwähnten Studien und das, was Solms zeigt, weisen darauf hin, dass durch Hormoneinfluss vor der Geburt sich das Gehirn (und die entsprechenden neurologischen Strukturen) anders entwickeln als der restliche geschlechtliche Körper. Darum macht es Sinn, vom Hirngeschlecht (brain sex) zu reden.

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Menschen aus Berlin und dem Umland

titelfotokönnte die Buchpräsentation interessieren, die am 28.11. in Berlin stattfindet. Dazu gibt es hier einen Flyer (.pdf) zum download.

Bei der Buchpräsentation geht es um das neue Buch von Dr. Gerhard Schreiber, das ich hier ausführlicher erwähnt habe: https://aufwind2012.wordpress.com/2016/10/14/das-neue-fachbuch/

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einen berührenden Film

über die Frage, wie Christen (in den USA) mit  LSBTTIQ Menschen umgehen (vor allem homosexuelle, aber auch andere Menschen kommen vor) findet man hier auf youtube. Viele Beispiele von erlebter Homophobie, Coming out Erfahrungen… – und Untertitel in deutscher Sprache. Ein Grundproblem wird sehr klar: LSBTTIQ wählen nicht, so zu sein („choose to be…“) – Homosexualität und Transsexualität sind angeboren. Jazz bringt die neurowissenschaftliche Sichtweise auf den Punkt: „Ich habe ein Gehirn wie ein Mädchen  und einen Körper wie ein Junge“ (Min. 26:17)

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Das neue Fachbuch

zur internationalen, interdisziplinären Konferenz in Frankfurt (Februar 2016) ist nun auf dem Markt.

Find something in english about this book (and the articles in english) here in the Table of contents – and about the international conference in english here
and De Gruyters twitter posting about this book find here (please share it!)
Update 19-10-2016: Recension in english (Huffington Post) from Dana Beyer here.

>>This investigator is not just any investigator, but a leading world authority (in contrast to Paul McHugh), who recognizes that being trans is a natural, biological phenomenon, a form of human intersex development, where the sex of the brain, manifest in many different regions, differs from genital anatomy. That is a literal definition of “intersex,” and while it might not seem politically relevant, it has the potential to be.<<

Titel:
Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften: Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven –

Hrsg.: Gerhard Schreiber;

Verlag: de Gruyter

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Das Buch wurde am 28. November 2016 in Berlin MedienvertreterInnen und der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Präsentation waren Oberkirchenrätin Kristin Bergmann, Leiterin des Referates für Chancengerechtigkeit der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Dr. Amelie Zapf (transsexuelle Jüdin), Dr. Gerhard Schreiber (Herausgeber und Initiator der Konferenz), Frau Dr. Blomeyer (Bundesfamilienministerium) sowie ich selbst (transsexuelle evang. Pfarrerin, Workshopleiterin bei der Konferenz) dabei. Auf evangelisch.de gibt es einen Bericht über diese Veranstaltung. Danke, Frau Kampf!

Das Inhaltsverzeichnis des Buches findet man hier als .pdf – mit freundlicher Genehmigung von Dr. Gerhard Schreiber. Wie man im Inhaltsverzeichnis sieht, gibt es sehr viele unterschiedliche Perspektiven auf das, was mich und viele andere transsexuelle Menschen bewegt…

Bei evangelisch.de erschien ein Beitrag von Anne Kampf zum Buch.

Für wen ist dieses Buch wichtig?

  1. Personalchefs / Headhunter:
    Es gibt trotz diverser Xing-Aktivitäten zum Thema Diversity oft noch kein Bewusstsein in kleinen und mittelständischen Betrieben, wie angesichts von Fachkräftemangel gezielt auch überlegt werden sollte, transsexuelle Menschen einzustellen. Dieses Buch trägt dazu bei, sich umfassend über die Fakten zum Thema Transsexualität zu informieren und Vorurteile gegenüber transsexuellen (TS) / transidenten Menschen (TI) bzw. Transgendern (TG) abzubauen.
  2. Mediziner/Ärzte:
    Im Medizinstudium ist Transsexualität kaum Thema – dabei haben sowohl HausärztInnen, FrauenärztInnen, Urologen, plastische Chirurgen, Dermatologen, Phoniater / HNO-Fachärzte, Endokrinologen und etliche andere Mediziner mit transsexuellen Menschen zu tun. Die neurowissenschaftliche Sichtweise von Transsexualität – z.B. der Aufsatz von Prof. Dr. Mark Solms (mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung des embryonalen Gehirns bzw. genauer INAH3 Kern im Hypothalamus, der für die Wahrnehmung des eigenen Geschlechts wesentlich ist) – sollte aber für einen Arzt, der wissenschaftlich einigermaßen auf der Höhe der Zeit sein will, bekannt sein.
  3. Mitarbeitende in Kirchen:
    Sowohl in Presbyterien wie auch in Pfarrkonferenzen, Dekanekonferenzen und auf anderen kirchlichen Ebenen ist oft wenig Wissen über TS/TI/TG vorhanden. Kirche in der Nachfolge Jesu hat eine gute Botschaft, die eigentlich jedem Menschen gelten sollte – aber TS/TI/TG fühlen sich oft in Gemeinden nicht willkommen. Es gibt leider viele entsprechende Berichte, die deutlich machen, wie latent Vorurteile dafür sorgen, dass diese Gruppe von Menschen im Bereich Kirche kaum wahrgenommen wird (oder sogar mit abstrusen Vorstellungen wie dem „Krieg gegen die Familie“ Vorurteile verstärkt werden, anstatt sich mit uns auseinander zu setzen).
  4. Bildungseinrichtungen (Volkshochschulen, Universitäten)
    Haben Sie an Ihrer Bildungseinrichtung schon einmal einen transsexuellen Menschen selbst eingeladen zu einem Vortrag? Haben Sie Kontakte zu transsexuellen Menschen? Es sollte Aufgabe von Bildungseinrichtungen sein, Bildung zum Thema „Geschlecht“ umfassend zu fördern. Dieses Buch bietet dazu wertvolle Impulse, da es sehr anschaulich die biologisch-neurowissenschaftlichen Grundlagen gut verständlich darstellt!
  5. Security-Personal
    Die Bewachungsverordnung, deren Überarbeitung am 14.10. den Bundesrat passierte, fordert: „Handlungskompetenz sowohl im Umgang mit als auch zum Schutz von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten (wie beispielsweise alleinreisende Frauen, Homosexuelle, transgeschlechtliche Personen, Menschen mit Behinderung, Opfer schwerer Gewalt“ – d.h. Security-Firmen sollten sich informieren, was Transsexualität (ein anderer Begriff für Transgeschlechtlichkeit) bzw. transgeschlechtliche Menschen erleben und wie man sie beschützen kann.
    Gleiche Kompetenzen können sich im Blick auf geflüchtete Menschen natürlich auch bei den vielen Helferinnen und Helfern in der Flüchtlingsarbeit positiv auswirken…
  6. Medien, Journalisten, Fachjournalisten, Redaktionen
    Viele Zeitungen, Radiosender und TV-Stationen berichten zwar über transsexuelle Menschen, aber oft fehlt es an Hintergrundinformationen aus der Neurowissenschaft. So kommen immer noch Schlagzeilen und Formulierungen wie „Mann wird Frau“ oder „ist biologisch eigentlich ein Mann gewesen“ zu Stande. Solche Informationen sind fachlich gesehen überholt. Geschlechtsangleichung an das Hirngeschlecht bedeutet, dass man die Person wird, die man vom Hirngeschlecht gesehen her schon immer war. Deshalb ist der Aufsatz von Dr. Dr. Horst Haupt in diesem Buch so wichtig!
  7. Publizisten
    Menschen wie Carolin Emcke fallen in dieser Zeit durch Bücher wie „Gegen den Hass“ und Plädoyers für Bildung positiv auf (leider sind es noch zu wenige). Transsexuelle Menschen erleben leider oft Transphobie (mehr dazu in diesem Blog an anderer Stelle) und Hass in verschiedenster Form. Daher hilft es, wenn diejenigen, die oft Opfer von Gewalt (sprachlicher, rechtlicher oder körperlicher Art) werden, auch Thema in Büchern und Aufsätzen von Publizisten werden und sich diese durch Bücher fortbilden…
  8. öffentliche Büchereien / Bibliotheken
    Angesichts der Problematik, die besonders transsexuelle Menschen am Anfang einer Geschlechtsangleichung haben, aber auch im Blick auf Angehörige oder Arbeitgeber, die sich zum Thema informieren wollen, sind Bibliotheken wichtige Anlaufstellen in den verschiedenen Städten, um aufzuklären und zu bilden.
  9. Botschaften anderer Länder bzw. Vertreter ausländischer Staaten
    Australiens Bundesstaat Victoria ist im Blick auf Bildungspolitik vorbildlich, wie Ze.tt berichtete. Seine Repräsentanten würden sich vielleicht über dieses Buch genauso freuen, wie andere Entscheider in der Politik…
  10. SozialarbeiterInnen, LehrerInnen, Erzieher, Mitarbeitende im Jugendhilfebereich, Kinderpsychologen
    insbesondere der Beitrag von Erik Schneider und Karolin Haufe (Trans*Kinder und ihre Herausforderungen im familiären und institutionellen Bezügen) ist hilfreich für diese Gruppe sowie Mitarbeitende in Kindertagesstätten und Schulen.
  11. Menschen, die mit Migranten arbeiten und aufklären wollen – Lamya Kaddor zeigte, wie manche Migranten (aber nicht nur die) Nachholbedarf haben…

Stimmen zum Buch

Lena Balk (Unternehmerin): „Ich denke, das Buch enthält auch hilfreiche Informationen für Betroffene und deren PartnerInnen und Eltern. Es ist zwar überwiegend wissenschaftlich, aber meiner Meinung nach sind z.B. die Beitrag von Kurt Seikowski, Livia Prüll oder die Beiträge vom Kirchenpräsidenten Jung durchaus auch für Nicht-Wissenschaftler interessant und hilfreich.

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