ich hoffe auf den Bundestag und starte deshalb

eine neue Petition zum Transsexuellengesetz und der med. Versorgung transsexueller Menschen. Man findet die Petition ab sofort hier: https://www.openpetition.de/petition/online/selbstbestimmungsgesetz-selbstbestg-jetzt-beschliessen
Es gibt ja derzeit mehrere Gesetzesvorschläge, die man als Vorlage anstelle des bisherigen
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the „Stuttgart declaration“

is translated in english language. the english translation is published by Claire (trans-alliance project) here. Thank you, Claire!
The stuttgart declaration is important for german transsexual (TS) / transgender people (TG) and underlines the human rights of them. TS/TG hope for the german bundestag (German Parliament [POL.]) to change the „Transsexuellengesetz“ (TS-law). The german „Bundesrat“ (Federal Council) did make a resolution at 2 June (2017) that the Bundestag should replace the old law with a new and better.
MP Volker Beck (green party) presented a new law and others (DIMR) too. I support the trans-alliance projekt with his modifications of the new law (Selbstbestimmungsgesetz ‒ SelbstBestG)

But know: Please sign the declaration (german-language document)!

Falls jemand englisch sprechende Freunde / Bekannte hat, wäre es schön, wenn man diejenigen auf diese Übersetzung hinweist und einlädt zur Mitzeichnung!

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Die MdB´s des Bundestags werden von der dgti

aufgefordert, aktiv zu werden und den Beschluss des Bundesrats vom 2.6.2017 noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. Die dgti schreibt dazu auf ihrer Website:

Die dgti e.V. hat sich in vielen Gesprächen mit Politikern, mit der Unterstützung zahlreicher Vereine, Institutionen, Unternehmen und einer Stadt, die unsere Initiative, zur Bitte an die Bundesländer den Begutachtungszwang im TSG über den Bundesrat abzuschaffen, unterzeichnet haben, in den Köpfen der Politiker_innen bemerkbar gemacht. Dazu hatten wir alle Fraktionen der Regierungsparteien in den Bundesländern angeschrieben und zahlreiche Gespräche mit z.B. Fraktionsvorsitzenden und Mitgliedern der Landtage geführt. Die vollständige Liste der Unterzeichner kann hier eingesehen werden.

Am 12.5.2017 wurde das 1. Etappenziel erreicht und die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte im Bundesrat die Abschaffung des Begutachtungszwangs und ein neues Gesetz zur rechtlichen Anerkennung der Geschlechtsidentität und Schutz der Selbstbestimmung bei der Geschlechterzuordnung gefordert.

Dem Entschließungsantrag 362/17 haben sich die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen angeschlossen und dies führte am 2.6.2017 zur Entschließung des Bundesrats.

In der Entschließung heißt es unter 6):

„… Dabei ist insbesondere die teure und unnötige Begutachtungspflicht vor einer Vornamens- beziehungsweise Personenstandsänderung sofort abzuschaffen und durch ein Verwaltungsverfahren zur Anerkennung der Geschlechtsidentität zu ersetzen.“

Damit ist jetzt der Bundestag gefordert tätig zu werden. Die Zeit dafür in der laufenden Legislaturperiode wird knapp.

Wie notwendig eine Neuregelung ist, lässt sich aus den vielfältigen Hürden erkennen, die einzelne Amtsgerichte immer wieder aufbauen und nicht durch die Rechtslage begründbar sind. So werden von einem Amtsgericht regelmäßig drei statt zwei Gutachten verlangt, ein anderes schaltet bei Personenstandsänderung für Jugendliche zusätzlich ein Familiengericht ein oder verlangt zusätzlich zum Bundespersonalausweis einen Nachweis der Staatsbürgerschaft.

Durch die Annahme des Selbstbestimmungsgesetzes der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/DER GRÜNEN (Drucksache 18/12179 des Bundestages) könnten entscheidende Verbesserungen erzielt werden.

Daher werden wir nicht nachlassen durch Information und Aufklärung auch und gerade von Abgeordneten des Bundestags dazu beizutragen, dass das TSG durch ein dem Erkenntnisgewinn der vergangenen Jahrzehnte Rechnung tragendes Gesetz ersetzt wird. Dabei darf jedoch auch die Gesundheitsversorgung transidenter und transsexueller Menschen nicht aus dem Fokus verloren werden. Nach wie vor entsteht viel Leid dadurch, dass Leistungen durch gesetzliche Krankenkassen nur über Einzelfallentscheidungen gewährt werden. Auch dies bedarf einer dringenden Neuregelung.

Wir fordern daher die MdB auf,

1) noch in dieser Legislaturperiode einer umfassenden gesetzlichen Neuregelung zur rechtlichen Anerkennung der Geschlechtsidentität sowie dem Schutz der Selbstbestimmung bei der Geschlechtszuordnung in einem Verwaltungsverfahren zuzustimmen.

2) und die Leistungen zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen gesetzlich so zu regeln, dass sie für alle transidenten und transsexuellen Menschen frei zugänglich sind, analog wie im Sozialgesetzbuch V §23 (1) beschrieben.

Diesen Forderungen schließe ich mich an und bitte die MdB im deutschen Bundestag, für transsexuelle, transidente Menschen bzw. Transgender aktiv zu werden.

Update: inzwischen wurden noch Änderungswünsche zum Selbstbestimmungsgesetz gesammelt und beim trans-alliance-Projekt veröffentlicht.

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Die Istanbul-Konvention sollte TS/TI/TG ein

Begriff sein, denn sie enthält in Artikel 4 eine wichtige Passage in Absatz 3:

„Die Durchführung dieses Übereinkommens durch die Vertragsparteien, insbesondere von Maßnahmen zum Schutz der Rechte der Opfer, ist ohne Diskriminierung insbesondere wegen des biologischen oder sozialen Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, der sexuellen Ausrichtung, der Geschlechtsidentität, des Alters, des Gesundheitszustands, einer Behinderung, des Familienstands, des Migranten- oder Flüchtlingsstatus oder des sonstigen Status sicherzustellen.“

Wichtig auch Artikel 12:

  Die Vertragsparteien stellen sicher, dass Kultur, Bräuche, Religion, Tradition oder die sogenannte „Ehre“ nicht als Rechtfertigung für in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallende Gewalttaten angesehen werden.

Auch Artikel 14 (Bildung / Bildungspläne), Artikel 15 (Fortbildung bestimmter Berufsgruppen) sowie Artikel 40 (der auch die erniedrigende Begutachtungspraxis gemäß dem TSG tangiert) und Artikel 60 (Asylanträge) sind für transsexuelle Menschen wichtig – aber auch z.B. für LSBTTIQ Flüchtlinge.

Den vollen Text der Konvention, die von der Bundesrepublik Deutschland Anfang Juni 2017 ratifiziert wurde, findet man hier in deutscher Sprache.

Mein Dank gilt dem LSVD e.V. für den Hinweis auf die Ratifizierung der Konvention!

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Das „Körperschema“ (body image)

ist in der Neurowissenschaft seit längerem ein bekannter Begriff. Die Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ hat nun einen ausführlichen Artikel zu diesem Phänomen veröffentlicht. Besonders folgender Satz am Ende ist für das Phänomen der Transsexualität von Bedeutung:

Bei Kindern, bei denen Körperglieder von Geburt an fehlen, z.B. nach einer Thalidomid-Embryopathie, kann trotzdem die Vorstellung eines Gesamtkörperschemas entstehen, was auf das Vorhandensein einer genetischen Grundlage (Gen) hinweist.

V.S. Ramachandran hat 2008 zum Thema body image und Transsexualität eine Studie bei transsexuellen Menschen veröffentlicht.
Das angeborene Körperschema ist auch ein Grund dafür, das manche transsexuellen Menschen Phantombrustwahrnehmnungen, Phantompeniswahrnehmungen oder Phantomvaginawahrnehmungen haben und diese durch geschlechtsangleichende Maßnahmen aufhören.

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Vier neue Medienbeiträge finde ich bemerkswert:

  • den Beitrag von und über Lucia Lucas auf nrwision TV (hier ansehbar) und
  • den Beitrag über Lyra Pramuk bei vice (hier ansehbar). Die Doku über die Opernsängerin und Baritonistin Lucia Lucas finde ich deshalb auch so gut, weil sie nebenbei über viele Probleme transsexueller Kinder heute informiert und Lucia sich für Verbesserungen bei transsexuellen Kindern einsetzt.
  • Informativ und passend zum Thema „LGBTTIQ und Musik/Kunst“ ist auch ein Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung über den Schwulenchor „Rosakehlchen“, der sein 25. Jubiläum feiert.
  • den FAZ Artikel „Das neue Leben ist lebenswert“ (von Martin Ochmann) mit Hinweis auf eine Möglichkeit für Ehepartner, sich Hilfe zu suchen… – und dazu an dieser Stelle auch der Hinweis auf das trans-partner-Forum, bei dem Partner von transsexuellen / transidenten Menschen nach einem Coming out Hilfe bekommen können…

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warum ich nun auch offiziell Feministin bin

hängt auch mit diesem Artikel von Carline Mohr im Spiegel zusammen. Transsexuelle Frauen werden leider oft gar nicht gehört bzw. zu entsprechenden Konferenzen eingeladen und sollten daher von Haus aus Interesse an der Frage der Sichtbarkeit haben. Dazu habe ich erst vor kurzem getwittert und heute mein Twitter Profil ergänzt.

Auch der FAZ Beitrag über Vivienne Ming zeigt, wie eng Feminismus und die Emanzipation transsexueller Frauen miteinander verbunden sind.

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Kathrin Zinkants neuer Artikel

in der Süddeutschen Zeitung über den weltweiten „Science-March“ zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, wenn Wissenschaft unabhängig bleiben soll, solidarisch mit Wissenschaftlern zu sein.

Ich wünsche den Veranstaltern am 22. April eine große Beteiligung und gute mediale Berichterstattung. Auch transsexuelle Menschen profitieren davon, wenn unabhängige, evidenzbasierte Forschung politisch gewollt und gefördert wird. Trans-Evidence hat zum Beispiel einen wissenschaftlichen Artikel (Review des Entwurfs der Sexualpsychiatrischen Guidelines der Arbeitsgruppe um Nieder) publiziert (hier zum downloaden als .pdf), der einmal mehr zeigt, wie wichtig unabhängige Forschung im Bereich Transsexualität ist.

Es wäre schön, wenn auch die Bundesregierung deutliche Signale gibt und zum Beispiel den Zugang zu medizinischen Datenbanken (Embase, ganz DIMDI, Cochrane Library…)  auch für gemeinnützige Vereine subventioniert.

Auch die Einladung transsexueller Frauen zu Tagungen und Konferenzen für Frauen (z.B. #w20summit) wäre ein wichtiges Signal für die Gleichstellung – bislang hapert es im Blick auf Gleichstellung aber oft noch sehr, wie man erst vor kurzem in entsprechenden Gutachten nachlesen konnte.

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eine Petition zur Reform des Transsexuellengesetzes

befindet sich derzeit in der Mitzeichnungsphase beim deutschen Bundestag. Man findet sie über die Petitionsnummer 70282 oder über den Link hier. Es wäre gut, wenn der deutsche Bundestag das TSG nicht nur reformiert, sondern abschafft (insbesondere auch die Begutachtung) und ein neues Gesetz zur Änderung von Vornamen- und Personenstand schafft und dazu die medizinische Versorgung im Sozialgesetzbuch im Bereich präventiver Medizin verankert. Entsprechende Vorschläge gibt es ja sogar inzwischen von offizieller Seite (z.B. im Text des Rechtsgutachtens von Dr. Laura Adamietz).

Update: Cornelia Kunert, Psychotherapeutin in Österreich, die viel Erfahrungen mit transsexuellen Menschen hat, betont, wie wichtig ein niederschwelliger Zugang zur medizinischen Verorgung (insbesondere zur Hormontherapie) ist. Damit unterstreicht sie indirekt eine der Hauptforderungen dieser Petition, ähnlich wie Dr. Kurt Seikowski es in seiner Studie tat (veröffentlicht in „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“, Hg. G. Schreiber).

Zur Übersicht verlinke ich hier weitere Petitionen zum Thema Transsexualität:

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„Reformation für alle“ – also auch transsexuelle/transidente

Menschen (bzw. NIBD, Transgender, trans* …) – ist der Titel einer neuen Broschüre, die man beim Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bestellen kann (Postweg) bzw. bei der DGTI e.V. als .pdf downloaden kann.
Was mir in der Broschüre ein wenig zu kurz kommt, sind Beiträge derer, die eine große Distanz zur evang. Kirche haben – außerdem fehlt es an Hinweisen darauf, wie viele transsexuelle/transidente Menschen eine rechtliche Verbesserung des geltenden Transsexuellenrechts fordern. Aber dazu gibt es ja eine Petition

Bei evangelisch.de gibt es eine Besprechung des neuen Heftes. Den Begriff „NIBD“ habe ich in der Broschüre auf S. 61 kurz erklärt – ausführlich findet man ihn im Artikel von Dr. H.J. Haupt „neurointersexuelle Körperdiskrepanz“ im Buch „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ (Hg.: G. Schreiber) beschrieben und weiter unten finden Sie mehr dazu…

Bild: Cornelia Kunert

Bild: Cornelia Kunert

Da ich im Blick auf den Begriff „NIBD“ immer wieder gefragt wurde, was denn diese Abkürzung genau meint (im Heft habe ich dazu nur wenig Platz gehabt), habe ich hier eine ausführliche Begriffsbeschreibung als .pdf hochgeladen.

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