LSBTTIQ Menschen haben oft eine Distanz zur

Kirche allgemein, aber auch zur evangelischen Kirche:

Berthold Höcker, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, begründet deshalb die Teilnahme des Kirchenkreises Berlin beim CSD so:

„Die Werbung ist unbedingt nötig“, findet er. „Ich mache das deutlich an unserem Programm ‚Briefe an Ausgetretene‘. Wir schreiben alle, die uns bedauerlicherweise verlassen, an und bitten um Mitteilung der Gründe.“ Eine Antwort, die er erhalten habe, sei dann: Wir treten aus, weil die evangelische Kirche Schwulen und Lesben gleiche Rechte verweigert. „Das ist totaler Unsinn“, sagt Höcker, „und wir möchten deshalb unser Angebot in der Öffentlichkeit bekannt machen.“

Höcker schrieb auch im Heft „Reformation für alle*“ einen ausführlichen Beitrag.

Im Blick auf die katholische Kirche schildert der Jesuit James Martin in einem Interview, wie sich viele LSBTTIQ Menschen durch die Kirche verletzt fühlen.
Ich hoffe, dass Christen erkennen, welcher Handlungsbedarf hier vorliegt und entsprechende Schritte in Richtung Versöhnung, Bildung und Aufklärung einleiten. Wer für die Rechte transsexueller Menschen ein Zeichen setzen will, kann dies z.B. durch Mitzeichnung der Petition für das Selbstbestimmungsgesetz tun.

Update: In einer Rezension von Mareike Antoni zu Gerhard Schreibers Buch „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften“ fand ich folgende sehr treffende Aussage:

Vor den Beiträgen des Tagungsbandes als „Kontrastfolien“ wird umso deutlicher, dass im Weiteren auch die katholische Kirche herausgefordert ist und bleibt, in diesem Kontext die Glaubwürdigkeit ihrer Sendung zu allen Menschen, besonders zu den marginalisierten und suchenden, zu erweisen. Eine vorverurteilende Pathologisierung transidenter Menschen unter gleichzeitig recht konsequenter Ausblendung heutiger Erkenntnisse der Forschung – welche von eher geringer Sensibilität für die bestehenden Diskriminierungs-, Ausgrenzungs- und Leiderfahrung betroffener Personen zeugen – dürfte durch vertiefte Beschäftigung mit Transsexualität als einer Normvariante geschlechtlicher Identität abgebaut werden können.

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