Die Deutsche Gesellschaft für Health Consumer Ethics (DGHCE)

ist für transsexuelle, transidente und Transgender Menschen eine neue wichtige Gruppe, die man seit Anfang Januar nun auch offiziell im Handelsregister eingetragen findet.

Trans-evidence bloggt weitere Infos zur  DGHCE ebenso, wie die TU Darmstadt bzw. das Institut, an dem Dr. Gerhard Schreiber, Präsident der DGHCE arbeitet.

Der Gedanke, dass transsexuelle Menschen nicht „Patienten“ sind, die einfach blind dem vertrauen, was Mediziner anbieten, sondern als kritische Konsumenten auf dem Markt der Anbieter im Gesundheitswesen sich als „health consumer“ überlegen, was sie wollen und was nicht, ist für viele vielleicht ungewohnt, aber hilfreich. Auch in anderen Bereichen des Gesundheitswesens gibt es bislang noch zu wenig kritische „health consumer“, wie ich es in einem anderen Beitrag zu Dr. med. Gunter Franks Buch deutlich machte.

Wer sich über das Thema „Health Consumer“ informieren will, sollte wissen, dass es einen Health-Consumer Index (HCI) gibt, in dem verschiedenen Länder verglichen werden und Deutschland noch nicht an der Spitze zu finden ist. Wenn in einem Bericht der deutschen Apothekerzeitung zum HCI davon die Rede ist, dass die Patienten […] fast jede Art von Leistung in Anspruch nehmen, die sie wollten und wann sie wollten durften – dann stimmt das im Blick auf transsexuelle / transidente Menschen sicherlich bislang kaum.
Daher dürfte es die Community besonders interessieren, warum man im Gesundheitswesen anscheinend solche Unterschiede zwischen health-consumern ohne Label „TS“ macht und denen, die via „Geschlechtsidentitätsstörung“ ein Label verpasst bekommen haben.  Ob das an der Verwendung des Begriffes „Identität“ liegt? Meist wird die Frage nach der Identität von denen gestellt, die damit Menschen einsortieren und letztlich beherrschen wollen, d.h. Macht über eine Gruppe ausüben möchten bzw. durch diese Gruppe Geld verdienen wollen (was die Stuttgarter Erklärung ja nahezu konsequent ablehnt. Leider gibt es immer noch Psychiater, die diese Erklärung bis heute nicht unterschrieben haben…).
Kritisch diskutiert wird (in englischer Sprache) der Begriff und das Konzept des „health consumers“ hier in einem Beitrag mit dem Titel >>Should You be a „Patient“ or „Healthcare Consument“<<. Die Autorin fragt zu Recht: „Perhaps the doctor will be more responsive to consumer demands—but perhaps this doctor will also feel more obligated to give the consumer exactly what he wants, including unnecessary tests and harmful procedures. And will these physicians still retain their sense of social responsibility, when healthcare is reduced from societal obligation to personal choice?“ – und genau darum braucht es die Diskussion über ethische Grundlagen der Anbieter im Gesundheitswesen und entsprechende Fortbildung / Bildungsangebote zum Gesundheitswesen bzw. wie man im Blick auf Gesundheitsanbieter ein „mündiger Bürg*er“ wird (z.B. durch Aneignung von Kenntnissen der Epidemiologie und evidenzbasierten Medizin).

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