wenn Frank Plasberg

Sendungen moderiert, ist mir das meistens egal, da ich selten fernsehe und wenn, dann Sendungen, deren Inhalt wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Wenn Plasberg aber in einer Sendung, die mit öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert wird, >>190 Genderprofessuren als „Alltagswahnsinn“<< abkanzelt, ohne von Genderforschung selber Ahnung zu haben, dann sollte man genauer hinsehen. Anscheinend haben Bildungsplangegner mal wieder versucht, ihre Halbwahrheiten und bewussten Irreführungen an den Mann zu bringen und Plasberg ist darauf reingefallen. Das an sich wäre ja noch nicht so tragisch, wenn er nicht seine Position in einem Fernsehsender missbrauchen würde, um einseitig Stimmung zu machen. Mit „fair“ hat das alles nichts mehr zu tun, wie man in der sehr fairen und sachlichen Kritik des deutschen Frauenrats nachlesen kann.
Allein die Tatsache, dass es in diesem Jahr nötig war, eine Frauenquote für große Konzerne einzuführen, zeigt, wie wenig Gleichberechtigung im Alltag von Frauen vorhanden ist.

Update: Ob man deshalb eine Sendung aus der Mediathek nehmen muss ist eine andere Frage. Und eine Wiederholung ohne bewusste Reflexion, wer neu eingeladen werden sollte finde ich auch eine Verschwendung von GEZ Geldern.

Update2: Ein lesenswerter Artikel von Lilian Peter im Spiegel mit dem Titel „Gender-Debatte: Die gekränkten Kritiker“ kann ich dazu ebenfalls als bedenkenswerte Lektüre empfehlen…

Update3: Angesichts eines „Christen“, der bei der Amtseinführung des neuen evangelischen Bischofs von Sachsen in „Der Sonntag“ mit einer volksverhetzenden Aussage („Gaskammer“…) zu Wort kam, braucht es meiner Meinung nach unbedingt eine Versachlichung der Debatte um „sex“ und „gender“ bzw. „gender mainstreaming“ und keine Polarisierung und Aufbau von Feindbildern durch solche Sendungen. Es wäre wichtig, öffentlich rechtliche Sender in dieser Richtung an ihren Bildungsauftrag zu erinnern. Lieber etwas weniger Quote und dafür mehr Information und Bildung.

Update4: Absolut lesenswert und zur Versachlichung im Blick auf Bildungsplangegner ist ein Artikel der Heinrich-Böll-Stiftung , den man den Mitgliedern von Kontrollgremien in Medien nur warm empfehlen kann, damit Sendungen, die letztlich polarisieren und fundamentalistische / ideologische Mythen aus der NS-Zeit neu beleben (vgl. S.19).

helfen, kritisch hinterfragt werden.

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