transsexueller Frau droht Abschiebung

trotz Suizidversuch und obwohl sie als Muslima und Romni in ihrer Heimat bedroht ist. Es ist unglaublich, wie wenig auf individuelle Aussagen gehört wird – dabei musste Dervisa sich schon einiges anhören, u.a.: „Wir fackeln dich ab, wir nageln dich wie Jesus ans Kreuz.“ Dervisa wurde bereits vergewaltigt – mehrfach – so die TAZ. Das Transphobie in anderen Ländern noch viel massiver verbreitet ist als bei uns, dass TDOR jedes Jahr an die ermordeten transsexuellen Menschen erinnert und in diesem Jahr bereits etliche umgebracht wurden – all das scheint nicht zu zählen… – Wo leben wir eigentlich?

Ihre Geschichte mit dem Gericht in Regensburg findet man hier: http://www.regensburg-digital.de/richter-zu-transsexueller-sie-muessen-ja-ihre-neigung-nicht-offen-zeigen/14022015/. Es wäre schön, wenn Juristen, die über Abschiebungen zu urteilen haben, sich mehr mit dem Thema Transsexualität beschäftigen würden.

Wolfgang Wittl schrieb in der Süddeutschen Zeitung (24.2.) über Dervisa: http://www.sueddeutsche.de/bayern/transsexueller-fluechtling-aus-regensburg-ich-weiss-nicht-was-glueck-ist-1.2365297

Update 8.9.2015: Die problematische Lage von Dervisa scheint sich nicht zum positiven hin geändert zu haben, wie die Mittelbayrische vor ein paar Tagen berichtete

Eben entdeckte ich einen sehr lesenswerten Beitrag von Markus C. Schulte von Drach in der SZ über die Situation von homosexuellen Asylsuchenden und ein EuGH Urteil. Das müsste sinngemäß ja auch für transsexuelle Menschen gelten…

UPDATE 14.10.2015
Leider ist die besondere Schutzbedürftigkeit transgeschlechtlicher  bzw. LGBTTIQ-Flüchtlinge im Alltag der Politik noch nicht angekommen, wie man an dem traurigen Beispiel von Dania lesen kann. Dank an den Tagesspiegel für diesen Bericht!

Update 28.10.2015
Leider sind transsexuelle Flüchtlinge auch in Deutschland vor transphober Gewalt nicht sicher (und in sogenannten „sicheren Drittstaaten“ vermutlich noch viel weniger). Die Süddeutsche Zeitung berichtete nun, dass Dervisa in Regensburg körperliche Gewalt durch Schläger erlitten hat. Hoffentlich wachen die Behörden endlich auf und sorgen für die Sicherheit dieser Frau und der anderen LGBTTIQ Flüchtlinge.

Update 29.7.2017 Leider gibt es in München noch immer nicht genügend Schutz für Flüchtlinge aus dem LSBTTIQ Spektrum. Wie es in einer Pressemitteilung des SUB heisst, wurde am 24.7. ein schwuler Flüchtling beschimpft und verprügelt.

Die Münchner Gruppe Rainbow Refugees fordert deshalb bereits seit fast einem Jahr, dass es für LGBT-Flüchtlinge eigene Unterkünfte gibt, in denen sie sicher sind. In Nürnberg gibt es eine solche Unterkunft bereits seit dem Frühjahr 2016. Die Politik reagiert schleppend: Zwar hatte der Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt zwar schon im Jänner beschlossen, solche Schutzräume einzurichten – doch geschehen sei seitdem nichts. Sie würden „immer nur vertröstet“, so die Rainbow Refugees.

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2 Antworten zu transsexueller Frau droht Abschiebung

  1. Sylvia Kreye schreibt:

    Unfassbar! Diese Empathielosigkeit und Ignoranz ist beschämend für die deutsche Justiz! Vielleicht hilft es ja in solchen Fällen, wenn man mal einen richtigen Pressewirbel veranstalten würde…

    • rahab schreibt:

      den wirbel kann mann veranstalten – und nichts dagegen..
      besser täte aber eine ’saubere‘ juristische aufarbeitung.
      auch wenn das darauf hinausläuft, selbige am telefon dem gegenüber verlesen zu müssen….
      im übrigen gehört endlich begriffen: anwältinliche hilfe gehört herbei, organisiert.

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