wie viel Entscheidungsfreiheit hat der Mensch?

Manche betonen ja immer, sie seien keine Marionetten. Es lebe der freie Wille. Sicherlich können Menschen etliches frei entscheiden – doch wie frei ist der menschliche Wille wirklich?

Jeder, der in der Werbeindustrie arbeitet, geht davon aus, dass Menschen beeinflussbar sind. Daneben gibt es biologische Phänomene, die deutlich machen, dass menschliches Leben keineswegs eine Angelegenheit völliger Willensfreiheit ist. Hunger lässt sich nur begrenzt vertagen, Durst noch weniger und Schmerzen können einen quälen, auch wenn sie nicht direkt sichtbar sind und ihre Ursache manchmal vielen Ärzten Rätsel aufgibt.

Im Blick auf Transsexualität wird von manchen Menschen leider immer noch die Meinung vertreten, sie sei eine Frage der Entscheidung. Das trifft aber – wie die Hirnforschung zeigt – nicht zu. Ähnliches gilt für Homosexualität, wie Ulrich Klocke in der Zeit (10.2.2014) in einem sehr lesenswerten Beitrag dargestellt hat.
Um Stigmatisierungsphänomene von LSGBTTIQ abzubauen, sind meiner Meinung nach persönliche Begegnungen auf Augenhöhe sinnvoll, denn Klocke beobachtet sehr treffend (ich wandele das Zitat sinngemäß ab auf das gesamte LSGBTTIQ Spektrum): „Viele Menschen kennen [LSGBTTIQ] nicht persönlich, sondern nur vom Hörensagen oder aus den Medien, wo sie nicht selten als Exoten, Witzfiguren […] dargestellt werden.“
Doch wer Menschen aus dem LSGBTTIQ Sepktrum persönlich kennenlernt, „dessen Einstellung“ zu den Betroffenen verbessert sich meistens.

Wer transsexuelle Menschen kennenlernt und sich Zeit nimmt, wird merken: Transsexualität ist keineswegs eine Frage der Entscheidung oder ein Modephänomen, sondern ein – für Außenstehende erst einmal – unsichtbares Leiden daran, dass das Hirngeschlecht nicht zum Chromosomengeschlecht und/oder Genitalgeschlecht passt. Transsexuelle Menschen müssen sich offenbaren, damit andere den Leidensdruck wahrnehmen können – und danach sollte das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10) handlungsleitend sein (d.h. Vornamens- und Personenstandsänderung als „erste Hilfe“ unbürokratisch und ohne Gutachten bei einer Behörde vor Ort, Hormontherapie nach einem Aufklärungsgespräch durch einen Endokrinologen, Angebot von Therapie, Eheberatung und Coaching durch Seelsorger, Psychologen usw…).

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