TS ist keine psychische Störung

Positiv überrascht fand ich in dem Artikel der Stuttgarter Zeitung „Das Fremde in meinem Ich“ über Kim Schicklang, eine Aussage von Herta Richter Appelt (einer „Expertin“ für Transgeschlechtlichkeit und Leiterin eines entsprechenden Instituts an der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf) klar formuliert: „Ich habe so viele Transsexuelle gesehen, die voll im Leben stehen und einzig und allein im anderen Geschlecht leben wollen. Ich kann nicht sagen, dass es eine psychische Störung ist.“  Allerdings ist ihre Rede vom „im anderen Geschlecht leben wollen“ nicht dem entsprechend, wie Kim Schicklang sich selbst erlebt: Sie war und ist eine Frau und nicht ein Mann, der „im anderen Geschlecht leben“ will.

Leider geistert auch unter manchen Christen immer noch die Meinung, Transsexualität sei heilbar. Aber auch ein anderer Experte, F. Pfäfflin wiederspricht dem im Artikel klar.

Im Blick auf die Krankenkassen muss der Gesetzgeber nun eben eine somatische Einordnung der Transsexualität vorgeben, damit Klarheit im Blick auf die Finanzierung der nötigen Hilfe für transgeschlechtliche Menschen herrscht oder einfach das argentinische Gesetz zur Gleichstellung transgeschlechtlicher Menschen übernehmen. Immerhin haben ja einige Parteien das Wählerpotential transgeschlechtlicher Menschen erkannt und in ihren Parteiprogrammen zur Bundestagswahl entsprechende Ankündigungen im Blick auf Verbesserungen für transsexuelle Menschen aufgenommen. Es lohnt sich, die Parteiprogramme mal downzuloaden und nach dem Stichwort „transsexuell“ oder „trans“ zu suchen (auch wenn dann oft „transparent“ kommt und „Transaktionssteuer“…).

Was man noch erwähnen sollte: Viel zu Kim Schicklangs Biografie findet man in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 22.2.2011. Trotz genitalangleichender Operation wird ihr bis heute die Änderung der Papiere verweigert, weil sie sich nicht als „geisteskranken Mann“ deklarieren lassen will.

Update: Unter der Überschrift „Transsexuelle sind nicht psychisch krank und müssen nicht vor sich selbst geschützt werden“ hat die Psychotherapeutin Cornelia Kunert im Herbst 2015 einen Vortrag gehalten. Sie wird auch bei der internationalen interdisziplinären Konferenz an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. im Februar 2016 einen Vortrag halten.

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