Nicht nur in manch einer Bananenrepublik,

sondern auch in Europa werden grundlegende Menschenrechte nicht genügend beachtet.

Über alltägliche Formen von Transphobie können Transsexuelle ein Lied singen. So ist es zum Beispiel oft sehr mühsam, die Krankenversicherungskarte geändert zu bekommen, wenn die Vornamensänderung bzw. Personenstandsänderung für den Personalausweis noch nicht erfolgt ist – dabei hat eine Krankenversicherungskarte keineswegs den Charakter eines Ausweises und es gibt eigentlich keinen sinnvollen Grund, warum transsexuelle Menschen nach einem Beratungsgespräch (ähnlich wie bei der Schwangerschaftskonfliktberatung) nicht auch die Genehmigung für eine Änderung der Krankenkassenkarte bekommen. Mit einem kleinen Eigenanteil an den Änderungskosten in Höhe von 20 Euro für die Ausstellung einer neuen Karte wäre auch gewährleistet, dass niemand aus Spaß diese Änderung beantragt. Und man stelle sich mal vor, wie das ist: Du gehst zum Arzt und wirst als „Herr“ angeredet, obwohl Du „Frau“ bist (oder umgekehrt) – und alle anderen Patienten bekommen das mit – nur weil die Krankenkassenkarte nicht stimmt…

Neben Transsexuellen spüren auch andere Minderheiten wie Sinti und Roma, Schwule, Lesben im Alltagsleben in Europa oft genauso Vorbehalte und Diskriminierung wie Flüchtlinge in Italien oder anderen Ländern. Die Fakten sind bekannt – aber welche Politiker setzen sich wirklich für die Menschenrechte ein?

Amnesty international hat deshalb in Italien eine Kampagne gestartet. Die Tagesschau berichtet:

>>“Ricordati che devi rispondere“<< heißt die Kampagne in Italien. >>“Erinnere Dich dran, dass Du antworten musst“. Jeder Politiker, natürlich auch alle Spitzenkandidaten, haben einen Bogen mit zehn Fragen erhalten, den sie mit Ja oder Nein beantworten können. Wer wie antwortet oder auch nicht, wird auf einer Internetseite bekanntgegeben.<<

Ich fände es gut, wenn

  • die zehn Fragen auch in anderen Übersetzungen (z.B. englisch, deutsch, französisch) auf einer Internetseite von amnesty zu finden sind (vielleicht schreibt jemand einen Kommentar zu diesem Artikel, wenn er sie gefunden hat…?)
  • die Internetseite bekannt gemacht würde und auch in anderen Sprachen verfügbar wäre, denn natürlich interessiert die Haltung eines italienschen Ministerpräsidenten zu grundsätzlichen Menschenrechtsfragen auch andere Europäer
  • solche Aktionen auch in Deutschland und anderen Ländern Schule machen würden. In Wahlkampfzeiten sollten Politiker Farbe bekennen – auch im Blick auf die Situation transsexueller Menschen.
  • vielleicht engagierte Lehrerinnen und Lehrer diese Form der Menschenrechtsarbeit im Rahmen eines Schulprojektes für mehr Toleranz an einem Gymnasium fächerübergreifend fördern und z.B. mit Schülerinnen und Schülern ebenfalls 10 Fragen für den nächsten regionalen Wahlkampf erarbeiten und den entsprechenden Kandidaten präsentieren…

Bei so einer Aktion sollte auch mal den Politikern die Frage gestellt werden, warum Banken einfachen Bürgern Schrottimobilien andrehen dürfen (ohne dass die potentiellen Käufer die Wohnung ansehen können) und keine Rücktrittsmöglichkeiten innerhalb von 2 Jahren von solchen Abzock-Verträgen bestehen, wenn die Versprechungen beim Verkauf sich als geschicktes Täuschungsmanöver der Bank herausstellen, weil der Verkehrswert einer Immobilie eben viel niedriger ist…

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