die Neue Westfälische Zeitung

berichete am 12.8.2016 zunächst über die Gefahren am Bahnsteig in Löhne: http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/20876574_Fahrtwind-eines-ICE-bringt-am-Loehner-Bahnhof-Kind-in-Gefahr.html – dieser Artikel (ich hatte die Printversion) war Anlass für meine aktuelle Petition: http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/20883024_Dorothea-Zwoelfer-ist-schockiert-ueber-die-ICE-Geschwindigkeit-in-Bahnhoefen-und-startet-eine-Petition.html
Die Petition findet man auch über folgenden Kurzlink: http://t1p.de/dob16 bzw. hier: https://www.openpetition.de/petition/online/minister-dobrindt-jetzt-fuer-mehr-sicherheit-an-bahnsteigen-sorgen

Update 26.8.2016: In der Neuen Westfälischen vom  23.8. stand ein weiterer Artikel zur Petition: http://www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/20893670_Loehner-Online-Petition-gegen-schnelle-Zugdurchfahrten-stark-diskutiert.html
Ich bekam heute auch einen Hinweis auf die Diskussion zum Thema „Durchfahrtsgeschwindigkeit an Bahnhöfen“ auf der Internetseite ICE-Treff: http://www.ice-treff.de/index.php?mode=thread&id=94821

Weitere Beiträge zum Thema „Gefahren an der Bahnsteigkante“:

Grundlagen / Daten / Fakten zum Thema

Die Eisenbahnbetriebsordnung findet man hier im Internet. Im Blick auf Bahnsteige steht dort zwar ein wenig, aber kein Hinweis auf eine Durchsagepflicht bei zum Beispiel Durchfahrten mit Tempo 150. Wie ich mich in Löhne selber überzeugen konnte, gab es dort zumindest bei dem ICE, der an mir vorbeirauschte, während das Foto gemacht wurde, keine Durchsage.

 

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einen sehr lesenswerten Beitrag eines amerikanischen Kinderarztes

über seine Erfahrungen mit „transgender“ Kindern fand ich im AAP vom 3.8.2016. Dr. Dreyer schreibt dort, wie er von den Kindern gelernt hat:
„I’ve learned so much from these children and their families.“

Ein weiteres Zitat von Dr. Dreyer:

>When those children walk through the door of their homes at the end of a school day, they should be able to be themselves without any judgment. As one of the fathers passionately said, “I won’t be my child’s first bully!” The pediatrician’s office, and the entire health care setting, should be a safe, accepting place as well.<<

Sehr wichtig fand ich auch die Studie, die im Artikel genannt wird und die den Titel trägt: „Mental Health of Transgender Children Who Are Supported in Their Identities“.

Auch ein Review zu diesem Thema (Stand 17.8.2016) kommt zu dem Schluß:

„Gender-affirming medical therapy and supported social transition in childhood have been shown to correlate with improved psychological functioning for gender-variant children and adolescents.“ –

frei übersetzt und zusammengefasst: medizinische und soziale Unterstützung bei der Geschlechtsangleichung hilft geschlechtsvarianten Kindern im Blick auf ihre psychische Gesundheit. Dieses Review bestätigt die Erfahrungen, die trakine e.V. schildert.

Fazit dieser Studien: Prävention ist besser als abzuwarten, bis ein „klinisch relevanter Leidensdruck“ entstanden ist, der dann „begutachtbar“ ist. Die Selbstaussage eines Menschen über sein Geschlecht ist entscheidend (vgl. dazu die Stuttgarter Erklärung!), nicht die Meinung eines angeblichen Experten, der über uns bestimmen will.
Das bedeutet aber: Wir brauchen in unserem Gesundheitswesen einen anderen Ansatz als den bisherigen, um transsexuellen Menschen (Kindern wie Erwachsenen) zu helfen! Deshalb braucht es eine Aufnahme eines präventiv-medizinischen Artikels im Sozialgesetzbuch, auf den transsexuelle Menschen sich gegenüber den Krankenkassen, MdK, Medizinern usw… berufen können, wenn sie präventiv Unterstützung bei einer Geschlechtsangleichung anfordern.

 

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Die ethische Grundlage für Mediziner, Juristen und Journalisten,

die mit transsexuellen Menschen zu tun haben, sollte die Stuttgarter Erklärung sein. Diese Erklärung wurde von vielen transsexuellen Menschen formuliert und hat inzwischen auch über die Community hinaus (siehe Unterstützerliste der Stuttgarter Erklärung bzw. mein Artikel „Professorenrätsel“) breite Zustimmung erfahren (auch wenn der eine oder andere Teil der Erklärung Diskussionen auslöste).

Die Stuttgarter Erklärung wurde z.B. vom VTSM e.V. rezipiert.  (Ziffer 4) Sehr hilfreich und wichtig fand ich dort (beim VTSM) folgende Aussage:

„Der deutsche Gesetzgeber hat die außergewöhnliche rechtliche Bewertung durch den Erlass des Transsexuellengesetzes gewürdigt. Nach der bisherigen Rechtsprechung muss bei Transsexualität jedoch ein entsprechender Leidensdruck NACHGEWIESEN werden. Das ist so nicht tragbar, denn ein krankheitswertiges Leiden muss behandelt werden egal wie stark der Leidensdruck ist.
Leidensdruck lässt sich nicht objektiv nachweisen und obwohl Transsexualität im ICD 11 allen Anschein nach aus dem Bereich der psychischen Erkrankungen heraus genommen wird, kommt es hier über den Leidensdruck doch letztlich wieder zur psychischen Erkrankung, die vorrangig zuerst versucht wird, zu therapieren. Bei keiner anderen Erkrankung wird eine Behandlung nur dann bewilligt, wenn entsprechender Leidensdruck vorliegt. Dieses entwürdigende und gegen das Recht auf Gesundheit gerichtete Verfahren muss dringend korrigiert werden.“

Auch Trakine e.V. nimmt Gedanken der Stuttgarter Erklärung in ihren Forderungen auf, wenn es dort heisst:

Die Bestimmung der Geschlechtszugehörigkeit kann nur über die Selbstbeschreibung erfolgen.

Trakine e.V. ist ein Verein, der sich um die Interessen transsexueller (trans*) Kinder kümmert und in dem Eltern von transsexuellen (trans*) Kindern sich gegenseitig unterstützen.

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präventiv handeln ist nicht nur für

transsexuelle Menschen und ihre Angewiesenheit auf med.Hilfe wichtig, sondern auch allgemein im Blick auf Verhinderung von Leid. Transsexuelle Menschen wehren sich deshalb gegen die Psychopathologisierung und fordern eine neue Einordnung von Transsexualität im Bereich der präventiven Medizin.
Ich habe im Blick auf Prävention von Leid und zur Vermeidung weitere Unfälle folgende Petition gestartet und bitte meine LeserInnen sie zu püfen, ggf. auch zu unterschreiben und zu teilen: https://www.openpetition.de/petition/online/minister-dobrindt-jetzt-fuer-mehr-sicherheit-an-bahnsteigen-sorgen

Im Sinne präventiver Medizin ist es auch gut, sich über Rohkost, Smoothies usw… zu informieren, denn nicht alles, was „bio“ ist ist auch gesund. Daher finde ich diesen Artikel der WELT empfehlenswert.

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Brückenschlag im BR Fernsehen

wurde am 4.8.2016 erneut ausgestrahlt und ist nun wieder im der Mediathek des BR zu finden. Mehr dazu (Link) bei Twitter. Hier der Link zur Mediathek: http://www.br.de/mediathek/video/im-herzen-bleibt-alles-gleich-100.html

Weitere Medienberichte (z.B. Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk) über mein Engagement findet man hier: www.familie-zwoelfer.de/brst

 

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eine wichtige Petition für TS/TI/TG befindet sich

derzeit in der Mitzeichnungsphase bei den epetititionen an den deutschen Bundestag. Man findet sie hier: https://epetitionen.bundestag.de/…/_…/Petition_64664.nc.html

Die Psychiatrisierung von transsexuellen Menschen bzw. die Einstufung als psychische Krankheit lässt sich medizinisch nicht rechtfertigen (wie man auf der Internetseite der internationanen interdisziplinären Konferenz zum Thema Transsexualität nachlesen kann, die im Februar 2016 an der Goethe Universität Frankfurt stattfand). Diese Einstufung erklärt sich aus der Geschichte – auch aus der Geschichte der NS-Zeit und der Meinung, dass nur diejenigen sich fortpflanzen sollten, die kein „lebensunwertes Leben“ haben. Menschen, die man als „lebensunwert“ einstufte, wurden der „Aktion T4 zugeführt“ – also ermordet. Das traf viele Menschen mit Handycap – und eben auch transsexuelle Menschen. Darum ist es so wichtig, dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte offenzulegen und nicht mehr länger Rücksicht auf die Interessen der Täter zu nehmen, sondern die Geschichte im Sinne der Opfer aufzudecken.

Zwar brauchen transsexuelle Menschen medizinische Hilfe im Sinne präventiver Unterstützung (ähnlich wie Frauen mit einer Risikoschwangerschaft), aber dafür würde es vollkommen ausreichen, wenn man Transsexualität im SGB V als eigenes Kapitel einführt und dafür sorgt, das auf diese Weise ähnlich wie bei einer Risikoschwangerschaft (die ja auch keine Krankheit im pathologischen Sinn ist) durch Mediziner geholfen werden kann (und auch entsprechend abgerechnet werden kann). Die DGTI e.V. hat ja erst vor kurzem einen entsprechenden Forderungskatalog veröffentlicht, den ich hier auch im Volltext zitiert habe.

Ich habe diese Petition heute unterschrieben und lade dazu ein, sie ebenfalls mitzuzeichnen!

P.S. Auch diese Petition für mehr Menschenrechte halte ich für sehr wichtig: https://www.openpetition.de/petition/online/menschenrechte-vor-profit

 

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eine Videodokumentation der IMAG

informiert über den letzten Fachaustausch vom 29.6. zum Thema „Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle/trans* Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen“. Die Aufzeichnung des Livestreams zur Veranstaltung ist nun in drei Teilen abrufbar. Link zur entsprechenden Website des BMFSFJ hier.

 

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es gibt einen aktuellen Forderungskatalog der dgti

und einen wichtigen Beitrag zum UN Menschenrechtsrat auf der Internetseite der dgti vom 1.7.2016, (verlinkt beim transalliance projekt Beitrag vom 2.7.) den ich in voller Länge zitieren will:

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Der UN Menschrechtsrat hat am heutigen Tag die Resolution A/HRC/32/L.2/Rev.1 verabschiedet und damit auf historisch bemerkenswerte Weise zu den Grund- und Menschenrechten von LSBTTIQ* Menschen Stellung bezogen.

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (kurz dgti e.V.) begrüßt ausdrücklich die Resolution A/HRC/32/L.2/Rev.1 des UN Menschenrechtsrates vom 1. Juli 2016. Nach der richtungsweisenden Ansprache Hillary Clintons im November 2011 vor der UN Vollversammlung, in der Clinton klar betonte, dass die Menschenrechte für jeden Menschen gelten, ungeachtet der sexuellen Orientierung, ist die heutige Resolution der lange überfällige nächste Schritt. In fast keinem Land der Erde werden die Menschenrechte von LSBTTIQ* Menschen vollständig geachtet oder gar unter besonderen Schutz gestellt – auch nicht in Deutschland.

Nach wie vor werden, auch in Deutschland, intersexuell geborene Kinder vor ihrer eigenen Entscheidungsfähigkeit und ohne dringende medizinische Notwendigkeit operativ geschlechtlich zwangs-zugewiesen. Ein klarer Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die individuelle freie Entfaltung der Persönlichkeit. Trans* und transsexuelle Menschen müssen sich vor dem Gesetz als psychisch gestört erklären lassen, um ihrer Geschlechtsidentität entsprechende rechtliche Anerkennung in Form von Ausweispapieren zu erhalten.

Der staatliche Diskriminierungsschutz für alle LSBTTIQ* Menschen erstreckt sich lediglich auf klare Straftatbestände und wirtschaftlichen Schaden. Der deutsche Gesetzgeber ist, dies ist leider zu konzedieren, sehr zurückhaltend, wenn nicht sogar fahrlässig nachlässig. Das allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) vom April  2013 implementiert gerade eben den durch die Europäische Kommission vorgegebenen Mindeststandard.

Die dgti e.V. fordert den deutschen Staat und im Besonderen die deutsche Bundesregierung dazu auf:

  1. Unverzügliche Abschaffung der zweifachen psychologischen Begutachtung und damit der gutachterlichen Feststellung einer psychischen Störung transsexueller Menschen als Voraussetzung zur rechtlichen Anerkennung der persönlichen geschlechtlichen Identität (Transsexuellengesetz (TSG) §4(3)).
  2. Gesetzliches Verbot geschlechtlich zuweisender Operationen oder anderer somatischer Maßnahmen an intersexuellen Menschen vor ihrer Einwilligungsfähigkeit.
  3. Verankerung des Rechts auf medizinische Versorgung für trans* und transsexuelle Menschen im Sozialen Gesetzbuch (SGB).
  4. Staatliche Anerkennung und gesetzliche Verankerung des besonderen Schutzes von Menschen auf Grund ihrer persönlichen geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung. Dieser Schutz muss zwingend alle Lebensbereiche umfassen, nicht nur wirtschaftlich relevante Gebiete, wie sie derzeit das AGG umfasst.
  5. Aufnahme der geschlechtlichen Identität und sexueller Orientierung als besonders zu schützende Güter in das Grundgesetz – so wie es Malta im April 2015 beispielhaft implementierte.
  6. Explizite Erweiterung des §46 Strafgesetzbuch (STGB), zur Strafverschärfung bei Straftaten, die auf Grund der geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung verübt wurden, sogenannte Hassverbrechen.

Die dgti e.V. fordert den deutschen Staat auf, insbesondere alle staatlichen Institutionen und Behörden aufzuklären und Diskriminierungssituationen unverzüglich abzubauen. Ausschließliche Anreden „Herr / Frau“ in Anschreiben und Formularen diskriminieren aktiv und strukturell durch ihre zweigeschlechtlichen Vorgaben und
Zwangszuordnungen. Fehlende Aufklärung aller staatlichen Stellen führt immer wieder zu diskriminierenden Situationen, in denen die persönliche geschlechtliche Identität der Bürger_innen nicht geachtet wird. Wir fordern den deutschen Staat auf, schnell zu handeln. Grund- und Menschenrechte dulden keinen Aufschub.

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Ich finde diesen Forderungskatalog sehr wichtig und schließe mich den Forderungen inhaltlich an.

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Neues von der IMAG: Beratungs/Unterstützungsbedarf für transsexuelle/trans* Menschen…

die IMAG bzw. eine beauftragte Arbeitsgruppe im Bundesfamilienministerium tagt am Mittwoch und lädt alle Interessierten ein, die Besprechung via online-Livestream zu verfolgen:
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Sehr geehrte Interessierte am Fachaustausch „Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle/trans* Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen“,

der am kommenden Mittwoch im Bundesfamilienministerium Berlin stattfindende Fachaustausch wird in voller Länge per Livestream von 11:00 bis 16:30 Uhr im Internet übertragen. Um die Veranstaltung auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums mitverfolgen zu können, klicken Sie während dieses Zeitraums bitte hier. <http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie,did=225986.html>

Geben Sie diese Information gern an Ihnen bekannte mögliche Interessierte weiter!

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Tilman Agena

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Referat 108 – Veranstaltungsmanagement Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
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Ich bin gespannt, ob die medizinischen Leistungen, die wir transsexuelle / transgeschlechtliche / transidente Menschen brauchen, auch Thema werden und hoffe, dass man später alles in einem ausführlichen Protokoll (!?) nachlesen kann. Schließlich hat nicht jeder, der berufstätig ist, die Möglichkeit, diese Konferenz tagsüber online zu verfolgen (auch wenn das Angebot eine gute Idee ist).

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es gibt keine guten Alternativen

zur evidenzbasierten Medizin und Forschung – denn wer meint, alternative Verfahren seien automatisch besser, der sollte sich diesen Film ansehen:

Krebs – Das Geschäft mit der Angst
Gefährliche Folgen alternativer Behandlung

Mi. 1.6., 20.15 Uhr, SWR

Mehr zum Film hier auf tvinfo oder in anderen Programmzeitschriften…

Was ist die Alternative zu angeblich alternativen Heilverfahren? Immanuel Kant sagte einmal:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“
(Quelle: Spiegel online, Projekt Gutenberg)

Darum ist es gut, sich seines Verstandes zu bedienen und sich über evidenzbasierte Medizin zu informieren. Ein sehr lesenswertes und gut verständliches Buch, das man als Grundlage verwenden kann, hat den Titel: Epidemiologie für Dummies (Hrsg.: Jürgen Breckenkamp, Oliver Razum und Patrick Brzoska). Prof. Dr. rer.medic. Martina Hasseler schrieb hier bei socialnet eine sehr lesenswerte Rezension des Buches, der ich aus eigener Lektüre nur zustimmen kann. Man bekommt durch dieses Buch die Grundlagen vermittelt, wie seriöse Forschung bzw. Studien dafür sorgen können, dass in der wissenschaftlichen Medizin Scharlatane wenig Chancen haben.
Wer verstanden hat, welche Bedeutung Kohortenstudien für die Frage nach „Ursache“ und „Wirkung“ haben, der wird sehr skeptisch im Blick auf manche angeblichen Heilungserfolge. Schließlich hat ja auch der Klapperstorch und die Geburtenrate keine kausalen Zusammenhang, obwohl man entsprechende tolle Grafiken gut konstruieren kann, die einen „wissenschaftlichen Beweis“ für diese Zusammenhänge liefern – aber in Epidemiologie für Dummies kann man sehr plastisch nachlesen, wie solche „Studien“ getürkt werden können (vgl. S. 249-251). Auch die Frage, ob „fernsehen dick“ (S.252) macht oder „Kaffee krebserregend“ (S.253) ist und was das mit dem Schlagwort „Confounder“ zu tun hat, findet man in diesem Buch sehr plastisch beschrieben. Ebenso wird Sir Archibald Leman Cochrane und die nach ihm benannte Cochrane Collaboration erwähnt und in ihrer Bedeutung für das Gesundheitswesen gewürdigt (vgl. S.327). Ich habe andernorts in diesem Blog mehr zu Cochrane (und GRADE) geschrieben (s. Suche oben rechts bzw. Schlagwortwolke).

Sehr lesenswert als Überblick zum Thema „Epidemiologie“ ist auch der dazu passende Wikipedia-Artikel.

Es wäre sehr hilfreich für die Gesellschaft, wenn Juristen und Theologen, die sich mit dem Bereich Public health/Gesundheitswesen/Diakonie/Heil/Heilung auseinandersetzen, sich auch mit der evidenzbasierten Medizin beschäftigen bzw. Fortbildungen dazu bekommen bzw. organisieren.

 

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