Umzug des Aufwind-Blogs

Der Blog zieht nun um, da ich dann keine Werbung mehr von WordPress erfolgt und ein Problem mit der DSGVO wegfällt (Danke für die Hinweise, Lea!).
Man erreicht den Blog nun unter https://www.wo4y.de – es wird aber noch einige Zeit dauern, bis der Umzug abgeschlossen ist (die Mediendateien sind derzeit noch nicht umgezogen und die Abonennten meines Blogs bitte ich, sich auf der neuen Seite neu anzumelden – diese Anmeldedaten laufen über das Jetpack-Plugin, d.h. dabei werden Daten an Jetpack USA übertragen.).

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Wegen der neuen EU-Datenschutzverordnung

werde ich diesen Blog vor dem 25. Mai 2018 für einige Zeit vom Netz nehmen – zumindest so lange, bis ich abschätzen kann, was man als Bloggerin alles zu beachten hat, um der DSGVO zu genügen. Der Blog ist zwar rein privater Natur, aber WordPress arbeitet mit Plugins usw…
Und mir fehlt die Zeit, die juristischen Feinarbeiten zu leisten, die man ggf. braucht.
Ich werde aber die Beiträge archivieren und bin ggf. später mal wieder online.

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evidenzbasierte Medizin (und Transsexualität)

ist Thema einer neuen facebook-Seite, die man hier mit den ersten Beiträgen öffentlich einsehen kann. „Evidenzbasierte Medizin“ klingt erst mal nach etwas, was nur für Ärzte interessant ist, aber das sollte nicht so bleiben. Gut informierte Patienten können mit dazu beitragen, die Qualität im Gesundheitswesen zu verbessern. Darum ist diese facebook Seite nicht nur für transsexuelle / transidente Menschen interessant, sondern für alle, die Bildung im Sinne Immanuel Kants anstreben und sich im Blick auf medizinische Fakten ein wenig „emanzipieren“ wollen.

Ich habe ja hier im Blog zum Thema evidenzbasierte Medizin auch schon mehr geschrieben und empfehle dazu auch das Buch „Epidemiologie für Dummies„, denn die Epidemiologie ist Grundlage für die gesamte moderne Medizin.

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eine Broschüre der evang. Kirche von Hessen/Nassau

zum Thema Transsexualität ist seit heute online auf der Internetseite der EKHN abrufbar.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete bereits darüber, ebenso das Portal evangelisch de (beide greifen eine dpa-Meldung auf).
Neben Interviews mit Menschen, die selbst transsexuell sind, erklärt die Broschüre die Thematik aus Sicht der Theologie, erwähnt auch die Eunuchen im AT/NT und schildert die Ergebnisse der Neuroforschung in gut verständlicher Sprache ebenso, wie die aktuellen medizinischen Maßnahmen in Kurzform.

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wenn von „Frauen und Transsexuellen“ bei

der Medienberichterstattung über eine Razzia gegen die organisierte Kriminalität und Menschenhandel berichtet wird (z.B. in der FAZ hier), so ist es zwar gut, wenn es eine freie Berichterstattung gibt. Was ich aber sehr bedauerlich finde ist, dass diese Medienberichte allesamt transsexuelle Menschen als eine Art „Sonderwesen“ ansehen, die nicht „Frauen“ oder „Männer“ seien. Das ist nicht nur deshalb problematisch, weil da Medienvertreter über etwas berichten, was transsexuelle Menschen selbst in der Regel anders sehen (d.h. sie sehen sich meist als Männer oder Frauen). Es ist vor allem auch deshalb falsch, weil es aus biologischer Sicht keine eigene Kategorie „transsexuelle Menschen“ gibt und diese wissenschaftlich gesehen keinen Sinn macht. Im Gegenteil ist es stigmatisierende Sprache, die Menschen ihr Geschlecht und ihr Recht auf eine adäquate Selbstbeschreibung des eigenen Geschlechts nimmt.
Wenn jemand eine medizinische Geschlechtsangleichung braucht, dann deshalb, weil sein Hirngeschlecht vorgeburtlich entsprechend geprägt wurde (unabhängig von Chromosomen oder Genitalien). Da aber das Gehirn das zentrale Geschlechtsorgan ist (vgl. Milton Diamond hier), und die meisten transsexuellen Menschen sich binär als Mann oder Frau einordnen (dazu mehr im Aufsatz von Dr. Claudia Haupt), ist eine entsprechende Berichterstattung unangemessen und übergriffig.

 

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Es macht mich traurig,

wenn ich immer wieder sehe, wie Regierungen wegsehen, wenn Konflikte weit weg sind und man vor Ort kaum etwas spürt. Dabei sind die Menschenrechte Rechte, die weltweit gelten sollten – sowohl für LSBTTIQ, als auch für jeden anderen Menschen. Offensichtlich werden grundlegende Menschenrechte im Kongo missachtet, wie die Tagesschau nun berichtete. Leider herrscht dort schon lange eine schlimme Situation.

In meiner Zeit an der Friedenskirche in Ansbach (bis 2011) kam ich das erste Mal mit Menschen aus dem Kongo in Kontakt, weil wir eine kongolesische Gastgemeinde in der Gemeinde hatten. Seit dieser Zeit verfolge ich die Geschichte und die Lage dort und habe auch schon hier dazu gebloggt.

Wie ich herausfand hat auch Coburg via der Adelshäuser vor Ort Verbindungen zu der traurigen Geschichte des Kongo, denn der belgische König Leopold II von Sachsen-Coburg und Gotha hatte den Kongo als Privatkolonie. Er war für den Tod von 8-10 Millionen Menschen dort verantwortlich. Interessieren würde mich die Frage, in wie weit die Niederfüllbacher Stiftung Geld aus den Gräueltaten des belgischen Königs Leopold II  bekommen hat. Auf der Internetseite der Stiftung findet man zwar den Hinweis, dass Leopold II der Gründer der Stiftung war, aber kein Wort zu seinen Taten im Kongo und ob und wie das Geld für die Stiftung ggf. mit der Ausbeutung dort zusammenhängt… Ich bin der Meinung: Es wäre an der Zeit, als Stiftung dazu  auch im Internet öffentlich Stellung zu nehmen!

UPDATE: Der Weltspiegel (Sabine Bohland) brachte am 27.4.2018 einen Bericht über den Kongo und das unendliche Leid der Frauen – wann werden unsere Politiker mal endlich wach? Kreuze aufhängen mag ja nett sein, aber wegsehen, wenn Menschen so leiden passt da einfach nicht dazu!

 

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ein sehenswerter Beitrag von

Quarks &Co zum Thema Geschlecht (Sendung vom 10.4.2018) (genauer Titel: „Junge oder Mädchen – warum es mehr als zwei Geschlechter gibt) findet man derzeit hier in der Mediathek. Auch wenn die Aussagen im Blick auf TS/TI ein wenig oberflächlich und wissenschaftlich nicht up to date sind (vgl. die Kritik von Dr. Claudia Haupt bei facebook zur Sendung), wird der Bereich intersexueller Menschen und das Konzept der Neurointersexualität plausibel. Fazit in der Anmoderation: >>dass immer mehr Forscher das Geschlecht als Kontinuum betrachten, auf dem „weiblich“ und „männlich“ nur die Endpole sind.<<

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Nun sind es schon 6 EU-Länder, in denen

eine Vornamens- und Personenstandsänderung für transsexuelle/transidente/ NIBD Menschen ohne Begutachtung erfolgen kann. Zu den bisherigen Ländern Malta, Norwegen, Dänemark, Irland und Belgien kam inzwischen auch Portugal dazu. Die Nachrichtenagentur Reuters und die BBC bericheteten über die Gesetzesänderung. Ich bin gespannt, wann Deutschland das Transsexuellenrecht endlich modernisiert – zwei Rechtsgutachten, die die letzte Bundesregierung in Auftrag gegeben hatte und die 2017 veröffentlicht wurden, bescheinigten ja einen dringenden Änderungsbedarf.

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Der Droemer Verlag veröffentlichte von Liane Bednarz

das Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“.

Das Buch ist eine Fundgrube von Zitaten und Quellen zu Schlagworten wie der „Frühsexualisierung“ (zu der man hier im Blog auch mehr findet), „Gender-Wahn„, „Gendermainstreaming“, „Gender-Ideologie“, „Feindbild Islam“, „Ablehnung der EU“ und der in entsprechenden Kreisen weit verbreiteten Medienschelte. Hilfreich fand ich etwa den Verweis auf das Recherchenetzwerk Correctiv zum Schlagwort „Frühsexualisierung“:

>>Es „hat im Frühjahr 2017 >alle Bundesländer< abgefragt. Danach haben 15 von 16 Bundesländern verneint, das Buch Sexualpädagogik der Vielfalt auf der Literaturliste für Lehrkräfte zu haben. Einzig in Hamburg wurde es bis 2015 empfohlen, wurde dann aber von der Liste gestrichen.<< (S.103)

Correktiv komme zu folgendem Fazit:

>>Von einer >Frühsexualisierung< kann nicht gesprochen werden. Die Schüler werden vielmehr über die Gesellschaft aufgeklärt, in der sie aufwachsen.<< (S.103f)

Im Blick auf den das Schlagwort „Gender-Wahn“ beobachtet Bednarz, wie dieser Begriff auf die Sexualisierung der Gesellschaft bezogen in einem

>>Großteil des Milieus allerdings, und das ist das Merkwürdige, vornehmlich an bestimmten Reizthemen wie der Gleichstellung von Mann und Frau, der Haltung der Gesellschaft zur Homosexualität, dem Sexualkundeunterricht und der angeblichen Bedrohung der Familie fest[gemacht wird] und weniger dort, wo sie wirklich schädlich wirkt: bei fehlender Treue, namentlich beim Ehebruch und der Promiskuität.<< (S.116)

Hilfreich finde ich die Darstellung der Positionen der beiden großen Kirchen – etwa der römisch-katholischen Kirche, die

>>im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils die „Nostra-aetate-Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ angenommen hat.<< (S. 130)

Bednarz zitiert ausführlich aus dieser Erklärung und kommt zu dem Schluß:

>>Im Grunde ist die Erklärung ein Musterbeispiel dafür, wie man am Wahrheitsanspruch der Bibel festhält, ohne dabei andere Religionen herabzuwürdigen. Differenzierter geht es kaum.<< (S.131)

Auch der EKD Grundlagentext Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt in evangelischer Perspektive wird von Bednarz ausführlich zitiert und erklärt. Dann schreibt sie:

>>Auch diese Position hat mit Synkretismus nichts zu tun. Vielmehr wird auf der Vertretung der eigenen „Glaubensgewissheit“ bestanden und erst auf dieser Basis das „Gespräch mit dem Islam über die >Grundlagen der Religion und Ethik<, dann aber ausdrücklich befürwortet.<< (S. 133)

>>Und doch wird in einem Teil ihres Milieus der EKD immer wieder vorgeworfen, zu lasch gegenüber dem Islam zu sein, und die Gefahr einer „Islamisierung“ heraufbeschworen.<< (S.134)

Auch Fake-News wie die angebliche massenhafte Umbennenung von „Weihnachtsmärkten“ in „Wintermärkte“ (vgl. S.142f.) entlarvt Bednarz an Hand des Hinweises auf eine einfache Internetsuche als Mythos, ähnlich wie andere Fake News.

Für Menschen aus dem LSBTTIQ Spektrum ist dieses Buch ein gutes Grundlagenbuch, um zu verstehen, wie manche Menschen im rechtspopulistischen Bereich ticken. Es öffnet die Augen über die Vernetzung der verschiedenen rechtspopulistischen und teilweise rechtsextremen Akteure – daher empfehle ich es zum Kauf uneingeschränkt weiter.

Was bei einer nächsten Auflage wünschenswert wäre und ich dem Verlag mit auf den Weg geben möchte ist die Einarbeitung eines Namens- und Schlagwortregisters, denn nicht jeder will sich zusätzlich noch eine digitale Ausgabe kaufen.

Weiterführendes zum Buch:

UPDATE

Das Medienmagazin Pro besprach das Buch von Liane Bednarz auch – allerdings zitierte der Contra-Autor Moritz Breckner Liane Bednarz nicht korrekt und entstellte so den Sinn dessen, was sie schrieb. Gelinde gesagt finde ich so ein Vorgehen für ein „Medienmagazin“ befremdlich. Hat die Redaktion da geschlafen oder soll man davon ausgehen, dass hier bewusst sinnentstellend zitiert wurde?
Gut, wenn man die Korrektur/Klarstellung des Zitats durch Frau Bednarz selbst hier in ihrem facebook-Eintrag nachlesen kann.

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auch wenn das Bundesverfassungsgericht

eine Beschwerde eines transsexuellen Menschen ablehnte, ist in der Begründung der Ablehnung einiges zu finden, das bei VÄ/PÄ Verfahren wichtig ist:

a) Die Begutachtung nach § 4 Abs. 3 TSG darf sich nur auf solche Aspekte beziehen, die für die sachliche Aufklärung der in
§ 1 Abs. 1 TSG normierten Voraussetzungen des Namens- und Personenstandswechsels relevant sind. Wenn sich – wie die beschwerdeführende Person unter Berufung auf empirische Studien geltend macht – Begutachtungen nach § 4 Abs. 3 TSG in der Praxis auf Informationen erstrecken sollten, die nach heute geltenden diagnostischen Kriterien zur Feststellung der Tatbestandsmerkmale des § 1 Abs. 1 TSG nicht relevant sind, ist dies durch § 4 Abs. 3 TSG nicht gedeckt. Vor allem wegen des regelmäßig intimen Charakters der Fragen, die in der Begutachtung nach § 4 Abs. 3 TSG gestellt werden, beeinträchtigt dies die Grundrechte der Betroffenen. Die Gerichte haben daher bei der Erteilung des Gutachtenauftrags und bei der Verwertung des Gutachtens insbesondere darauf zu achten, dass die Betroffenen nicht der Begutachtung hinsichtlich solcher Fragen ausgesetzt sind, die für die Prüfung der Tatbestandsvoraussetzungen des § 1 Abs. 1 TSG keine Bedeutung haben. Außerdem darf das Gutachtenverfahren nach § 4 Abs. 3 TSG nicht dazu genutzt werden, die Betroffenen zu einer therapeutischen Behandlung ihrer (als vermeintliche Krankheit begriffenen) Transsexualität hinzuführen.

Das bedeutet: Es darf keine Rolle spielen, ob und wie lange jemand wegen Transsexualität Psychotherapie macht oder nicht.

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