Nachdem die internationale, interdisziplinäre Konferenz

an der Goethe Universität Frankfurt mit dem Titel “Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften” vorbei ist, wurde ich gebeten, mein Grußwort weiterzugeben. Ich habe eine Kurzfassung deshalb hier hochgeladen – die ausführliche Fassung wird im Buch veröffentlicht werden.

Die Medienberichte zur Konferenz habe ich auf meiner privaten Website hier dokumentiert (es werden noch einige dazukommen) – u.a. ein Beitrag von HR-Info (Radio) und einen Bericht in der ARD Sendung Brisant.
Sehr gelobt wurde der Beitrag von Kirchenpräsident Jung, den man hier nachlesen kann.

 

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Professoren-Rätsel

Im folgenden eine Namensliste verschiedener Professoren und die Rätselaufgabe:
Was ist Ihnen allen gemeinsam?

Prof. Dr. Regina-Michaela Wittich; Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt; Prof. Dr. Manfred Nowak; Prof. Dr. Sven Jennessen; Prof. Dr. Friedrich Otto Wolf; Prof. Dr. Herta Daeubler-Gmelin; Prof. Dr. Ulrich Kutschera; Prof. Dr. Ingrid Hotz-Davies; Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß; Prof. Dr. Claudia Dalbert; Prof. Dr. Barbara Thiessen; Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn; Prof. Dr. Melanie Plößer; Prof. Dr. Ronald Lutz; Prof. Dr. Kim-Patrick Sabla; Prof. Dr. María do Mar Castro Varela; Prof. Dr. Dr. Volkmar Sigusch; Prof. i.R. Dr. Franz Hamburger; Prof. Dr. Helma Lutz; Prof. Dr. Reingard Zimmer; Prof. Dr. Martin Dannecker; Prof. Dr. Nora Markard; Prof. Dr. Uwe Bettig; Prof. Dr. Georg Meggle; Prof. Dr. Albert Scherr; Prof. Dr. Eckhard Rohrmann; Prof.em. Roland Eckert; Prof. Dr. Nivedita Prasad; Prof. Dr. Ulf Preuss-Lausitz; Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer; Prof. Dr. Marianne Horstkemper; Prof. Dr. Lars Castellucci; Prof. Dr. Peter Bubmann; Prof. Dr. Sabine Hark; Prof. Dr. Beate Binder; Prof. Dr. Christina von Braun; Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt; Prof. Dr. Peer Briken; Prof. Dr. Michael Klundt; Prof. Dr. Claudia Lohrenscheit; Prof. Dr. Clarissa Rudolph; Prof. Dr. Katja Sabisch; Prof. Dr. Lisa Pfahl; Prof. Kerstin Palm; Prof. Dr. Notker Schneider; Prof. Dr. jur. Julia Zinsmeister; Prof. Dr. Angela Tillmann; Prof. Dr. Carmen Kaminsky; Prof. Dr. Christine Hauskeller; Prof. Dr. Susanne Schröter; Prof. Dr. Renate Kosuch; Prof. Dr. Isabel Zorn; Prof. Dr. Claudia Honegger; Prof. Dr. Regine Gildemeister; Prof. Dr. Dagmar Brosey; Prof. Dr. med. Uwe Heinemann; Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani; Prof. Dr. Monika Huesmann; Prof. Dr. Harald Stumpe; Prof. Dr. Ulrike Busch; RA Prof. Robert Roßbruch; Prof. Dr. Elmar Brähler; Prof. Dr. Lars Rensmann; Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Christian Aigner; Prof Dr Gabriele Haeusler; Prof. Dr. Josefine Heusinger; Prof. Dr. Walter Piel; Prof. Dr. Andreas Kraß; Prof. Dr. Stefan Timmermanns; Prof. Bernhard Kayser; Prof. Dr. Claudia Gather; Professor Dr. Aris Fioretos; Prof. Dr. Astride Velho; Prof. Dr. Andrea Nachtigall; Prof. Dr. Swantje Köbsell; Prof. i.R. Dr. Wolfgang Jantzen; Prof. Dr. Marianne Hirschberg; Prof. Dr. Georg Feuser; Prof. Dr. Susanne Maurer; Prof. Dr. Anke Stallwitz; Prof. Dr. Sigrid Nieberle; Prof. Dr. Yvonne P. Doderer; Prof. Dr. Theresia Degener; Prof. Dr. Tanja Paulitz; Prof. Dr. Eva Rieger; Prof. Dr. Ulrike Schildmann; Prof. Dr. Carola Bauschke-Urban; Prof. Dr. Astrid Fellner; Prof. Dr. Randi Gunzenhäuser; Prof. Dr. Lothar Krappmann; Prof. Dr. Dr. Peter Alheit; Prof. Dr. Jörg Maywald; Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer; Prof. Dr. Gabriele Sobiech; Prof. Dr. Michael Wright; Prof. Dr. Stefan Bestmann; Prof. Dr. Sabine Allwinn; Prof. Dr. Andreas Diekmann; Prof. Dr. Christine Riegel; Prof Dr Volker Sommer; Prof. Jutta Allmendinger, Ph.D; Prof. Dr. Iman Attia; Prof. Dr. Claus Melter; Prof. Dr. Anika Oettler; Prof. Dr. Morus Markard; Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba; Prof. Dr. Barbara Schäuble; Prof. Dr. Klaus Schönberger; Prof. Dr. Rudi Maier; Prof. Dr. Susanne Viernickel; Prof. Dr. Irene Nierhaus; Prof. Dr. Silke Wenk; Prof. Christian Widdascheck

Ich will das Rätsel gerne auflösen:
Sie alle (und noch viel mehr Menschen) haben die Stuttgarter Erklärung unterzeichnet, die man unter Forderungen hier im Blog verlinkt findet! (Stand: 27.12.2015). Ich freue mich sehr über den Erfolg dieser Erklärung. DANKE!!

Zentrale Sätze, die ich für besonders wichtig halte und die in der Erklärung ausführlich entfaltet werden:
>>Menschen mit so genannten „geschlechtlichen Normabweichungen” brauchen jedoch eine medizinische Behandlung, die ohne geschlechtliche Deutung auskommt und in der sie in ihrem eigenen Geschlecht von Anfang an respektiert werden. Wenn diese Menschen medizinische oder psychotherapeutische Maßnahmen wünschen, brauchen sie eine gesundheitliche Versorgung und Diagnostik, die diesen Umstand berücksichtigt.<<
Das eigene Geschlecht transsexueller Menschen ist eben nicht eines, dass man mit “Alltagstest” / “Alltagserprobung” feststellen kann (wie das im bisherigen Diagnoseverfahren vorgegeben ist und von den Vertretern der psychopathologischen Sicht von “Transsexualität” bzw. “Gender Dysphoria”  erarbeitet wurde – aber dieses psychopathologischen Sichtweisen sind nicht mehr auf state of the art im Bereich wissenschaftlich fundierter und evidenzbasierter Forschungsansätze zum Thema Transsexualität – mehr dazu weiter unten).
Ebensowenig sind die Chromosomen eines Menschen dazu aussagekräftig, da Geschlecht weit mehr ist als das chromosomale Geschlecht, wie man bei Dr. Haupt nachlesen kann. D.h. die bisherigen Diagnosekriterien für Transsexualität im Sinn von F64.0 (ICD) taugen nichts.
Daher stellt sich die zentrale Frage: Wie kann eine Diagnostik künftig menschenrechtskonform und evidenzbasiert abgesichert aussehen?

Eine zentrale Rolle im Blick auf die Frage nach dem eigenen Geschlecht spielen die Neurowissenschaftler, die im Blick auf Transsexualität das Gehirns betonen:

Dank der Erkenntnisse neuro- und biowissenschaftlicher Untersuchungen wird Transsexualität nunmehr als angeboren betrachtet, biologische Grundlage ist das Gehirn (Milton Diamond: „Das wichtigste Sexualorgan sitzt zwischen den Ohren“); das Gehirn ist die Basis des eigenen Geschlechtsbewusstseins – und des eigenen Geschlechtes. Transsexuelle Menschen besitzen mithin ein tiefes inneres Wissen, ein Geschlecht zu haben, das ihnen bei der Geburt nicht zugewiesen, sondern vorenthalten wurde. Daher sind in diesem Fall die Genitalien in gewisser Weise geschlechtlich „diskrepant“ zum Gehirn. Das explizite Bedürfnis der Betroffenen nach Angleichung von Körper und Lebensweise an das eigentliche Geschlecht wird aus heutiger Sicht als natürlich und nicht-pathologisch beurteilt.<<

so die Kernaussage der Neudefinition von Transsexualität, die man auf der Konferenz-Internetseite der Goethe-Universtität Frankfurt lesen kann.

Ich freue mich schon, dass Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn bei der Konferenz vom 4.-6.2.2016 in Frankfurt einen wichtigen Vortrag halten wird – genauso, wie viele andere namhafte Wissenschaftler, die bei dieser interdisziplinären und internationalen Konferenz als Vortragende dabei sind:

  • Prof. Dr. Peggy Cohen-Kettenis (University Medical Center, Amsterdam)
  • Prof. Dr. Peter Dabrock (Universität Erlangen)
  • Prof. Dr. Milton Diamond (Pacific Center for Sex and Society, University of Hawaii)
  • Prof. Dr. Gillian Einstein (University of Toronto)
  • Prof. Dr. Dirk Evers (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
  • Prof. Dr. Dr. Yiftach Fehige (University of Toronto)
  • Prof. Dr. Afsaneh Najmabadi (Harvard University)
  • Prof. Dr. Joan E. Roughgarden (Stanford University / University of Hawaii)
  • Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Universität Freiburg)
  • Prof. Dr. Mark Solms (University of Cape Town / Arnold Pfeffer Center for Neuro-Psychoanalysis, New York Psychoanalytic Institute)
  • Prof. Dr. Dick Swaab (Netherlands Institute for Neuroscience, Amsterdam)
  • sowie viele andere Akademiker, die (noch) nicht einen Ruf als Professor bekommen haben oder  sich in anderen Berufen etabliert haben…

Dieser Beitrag will nicht Professoren gegenüber anderen Akademikern oder allgemein Menschen aufwerten oder diese abwerten. Wenn man aber immer alle erwähnen will, die eine wichtige Petition oder eine im Internet zugängliche Erklärung mit unterschrieben haben, würde das einfach zu umfangreich (Gott sei Dank lebt unsere Demokratie aber von jeder einzelnen abgegebenen Stimme und einer hohen (Wahl)beteiligung!).
Daher bitte ich um Nachsicht, wenn sich dieser Beitrag explizit auf Professorinnen und Professoren bezieht, die durch ihre Unterschrift bzw. Mitarbeit bei einer Konferenz einen wichtigen Beitrag für die Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen in unserem Land leisten.
Dem dient dieser Blog ebenso, wie viele andere Internetblogs und diverse Aktivitäten engagierter Bürgerinnen und Bürger. Aus solchen Beteiligungsprozessen resultierte auch das “Landshuter Modell”ein weiterer Forderungskatalog transsexueller Menschen. Derzeit wird an einem Update des Landshuter Modells gearbeitet. Vielleicht wird diese Neufassung auch zur öffentlichen Abstimmung freigegeben, wenn dafür die technische Manpower vorhanden ist.
Denn eines ist klar: Transgeschlechtliche Menschen sind eine der Gruppen in Europa und weltweit, die massiv von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bzw. Sexismus und Diskriminierung betroffen sind. Das wird auch aus zwei Beiträgen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes deutlich, die im November und Dezember 2015 veröffentlicht wurden.
Der Einsatz für all diejenigen, die von “gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit” (ein Begriff, zu dem Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer und Prof. Dr. Andreas Zick in Bielefeld viel geforscht haben und bei dem ebenfalls qualitativ evidenzbasierte Folgestudien wünschenswert sind) betroffen sind, ist daher eine zutiefst christliche wie auch gesellschaftliche Herausforderung.

Schon der Apostel Paulus kannte dieses Phänomen, auch wenn er nicht von “gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit” sprach, sondern es so formulierte: „wir sind geachtet wie Schlachtschafe.“ (Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers, deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1984, Römerbrief, Kapitel 8 Vers 36) – und deshalb habe ich bei der Konferenz in Frankfurt einem Workshop den Titel “Wir wollen keine von St. Pauli” gegeben… Aber wir Christen leben aus der Hoffnung, die sich aus den Verheißungen Gottes speist, wie schon Martin Luther immer wieder betonte. Eine Verheißung für diejenigen, die unter “gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit” selber leiden oder aus anderen Gründen Leid erleben, findet man in der heutigen (30.12.2015) Tageslosung:
“Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.” (Psalm 147,3)
Morgen werde ich über zur Frage der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und dem Umgang mit Leid bzw. über Römer 8,31b-39 eine Predigt halten. Wer daran Interesse hat und den Altjahresabend in der Christuskirche Landshut mit einem Gottesdienst mit anderen zusammen feiern will: Herzliche Einladung.

 

 

 

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AK Theologie-Ethik-Neurowissenschaft

Wir laden ein zu einem Treffen des interdisziplinären Arbeitskreises
Theologie – Ethik – Neurowissenschaft” am Sa. 23.1.2016 (13.00 Uhr – 17.30 Uhr)
in München.
Dieses Treffen legt einen Schwerpunkt auf die Frage nach dem, was “Geschlecht” theologisch und neurowissenschaftlich gesehen ausmacht:
Gender – Sex – Geschlechtersensibilität

Nähere Informationen dazu in Anlage hier (.pdf-Informationsflyer)

Neben Vorträgen zum Themenfeld “Theologie – Ethik – Neurowissenschaft” ist Zeit für einen Austausch.
Referenten am 23.1. sind:

Wir verstehen uns als Arbeitskreis innerhalb der evang. Kirche in Bayern – aber eine Kirchenmitgliedschaft ist für die Mitarbeit nicht nötig, sondern vor allem Interesse an interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Damit wir planen können, ist eine Anmeldung erforderlich.
FEA: Die Veranstaltungen des Arbeitskreises sind als FEA Fortbildung anerkannt.

Kosten: Wir bitten um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von 5.- Euro in bar bei der Veranstaltung.
Anmeldeschluss: 20.1.2015 (mehr dazu konkret in der Anlage).

 

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warum qualitative evidenzbasierte Forschung

für (insbesondere auch transsexuelle) Menschen wichtig ist und wie man sie von quantitativer Forschung unterscheidet, zeigt sehr anschaulich eine Präsentation von
Prof. Dr. J. Behrens aus Halle, die ich im Internet fand und hier verlinken will (als .pdf Datei beim ebm-Netzwerk).

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Hilfetelefon

Gewalt gegen Frauen – auch und besonders gegen transsexuelle Frauen – ist leider vielerorts an der Tagesordnung. Ich möchte darum ganz bewusst auf die Hilfetelefon-Website hinweisen und dieses Banner dazu einbinden:

Hilfetelefon

Hilfetelefon

Es wäre schön, wenn die Leserinnen und Leser des Blogs diese Internetseite und das Hilfetelefon ebenfalls bekannter machen. Es gibt dort auch Angebote in anderen Sprachen – angesichts der Flüchtlinge und ihrer Situation absolut wichtig…

This help-website is a great chance for woman from other countries to get help. There is support in many languages too…

Im Blick auf die Lage von Frauen, die als Flüchtlinge zu uns kommen ist es sicher wichtig, diese Telefonnummer schnell griffbereit zu haben.
Für diejenigen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, möchte ich aber auch auf Mandys Website hinweisen, die derzeit in Berlin viel leistet und auch bloggt:
http://www.gekreuzsiegt.de/2015/11/24/ich-kann-nicht-mehr/
Danke, Mandy!
Die evangelische Kirche in Bayern ist ebenfalls in der Flüchtlingsarbeit an vielen Stellen engagiert. Hier findet man dazu mehr

Was sexualisierte Gewalt betrifft, gibt es ebenfalls in der evang. Kirche in Bayern eine Anlaufstelle und viele Informationen hier zu finden.

Wer unter Diskriminierung leidet, sollte den Fragebogen der Antidiskriminierungstelle ausfüllen (es gibt ihn in mehreren Sprachen / questionaire about discrimination in some other languages).

UPDATE 27.11.2015: Eine Tagung zur Frage, wie man Frauen unter den Flüchtlingen besonders schützen kann, wird am 14. Januar 2016 in Berling angeboten.
Titel: “Frauen in Flüchtlingsunterkünften: Lage erkennen – Rechte wahren”
Veranstalter: Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration; Deutsches Institut für Menschenrechte.

Wie ich gestern in einem Brief des Notfalltelefons erfuhr, sind die Materialien in arabischer Sprache momentan vergriffen. Hoffentlich gibt es bald Nachschub!

 

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Transsexualität und Glaube – zwei verschiedene Ebenen?

Vor kurzem wurde ich gefragt, ob ich in meinen Vorträgen zum “Transsexualität und Glaube” darüber sprechen würde, dass Transsexualität heilbar ist und ob ich entsprechende Therapien empfehlen würde. Schließlich gäbe es ja Christen, die das so sehen würden.

Für mich gibt es zwei verschiedene Ebenen, die dabei zu beachten sind:
Die theologische Ebene und die medizinische Ebene.
Im Blick auf viele Krankheiten argumentieren die meisten Christen durchaus so, dass man zu einem Arzt gehen sollte. Zum Beispiel wird bei Lepra (Aussatz) jeder froh sein, dass es keine Leprakolonien mehr geben muss, wie sie zur Zeit des Neuen Testaments und viele Jahrhunderte danach durchaus Sinn machten. Stattdessen wird bei Lepra heute eine entsprechende evidenzbasierte medizinische Therapie mit Medikamenten angewandt.
Natürlich sind diese Ebenen nicht total trennbar, weil bestimmte Leiden und Krankheiten und viele andere menschlichen Phänomene eben sowohl in der Antike wie auch heute zu beobachten sind. Nur: Die Frage muss gestellt werden dürfen, wie man diese Beobachtungen von Phänomenen deuten sollte.
Fundamentalisten weichen dieser Frage meist aus, aber schon im Neuen Testament selber stellten die Christen diese Frage (z.B. als es darum ging, ob die Beschneidung für die Heidenchristen nötig ist oder nicht – immerhin war die Beschneidung ja klar in der Schrift verankert und nun musste man prüfen: Gilt das Gebot der Beschneidung für alle Zeiten und unveränderbar für alle Menschen weiter – oder deutet man es neu im Licht gegenwärtiger Überlegungen).

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen… Meine Antwort dazu ist klar:
Ich verstehe Transsexualität im Licht der evidenzbasierten Medizin und der Neurowissenschaft. Dazu habe ich in diesem Blog viel veröffentlicht und man findet dazu auch sehr viel auf der Internetseite der trans-evidence Arbeitsgruppe.
Aus dieser evidenzbasierten medizinischen Sicht ist Transsexualität nicht heilbar, aber man kann den Leidensdruck transsexueller Menschen deutlich vermindern, wenn man ihnen Zugang zu entsprechenden medizinischen Maßnahmen (Hormontherapie, Epilation, Logopädie, ggf. chirurgische Maßnahmen usw.) ermöglicht. Diese führen zu einer Geschlechtsangleichung an das Hirngeschlecht (dazu mehr hier).

Es gibt – nicht nur in der Medizin – Außenseiterpositionen, die noch immer von einer Heilbarkeit/Therapierbarkeit von Transsexualität ausgehen oder die aus einer radikal-feministischen Sichtweise (die von den sogenannten TERF´s vertreten wird – z.B. ist Germaine Greer wegen ihrer Positionen von vielen transsexuellen Menschen aber auch von Wissenschaftlern wie Prof. Dr. Milton Diamond kritisiert worden – Prof. Dr. Diamond wird bei der Konferenz 2016 einen Vortrag halten) resultieren.
Aber diese Positionen überzeugen mich nicht. In der Regel argumentieren die Vertreter dieser Positionen aus einem nicht empirisch verfizierbaren dogmatischen Verständnis heraus und nicht im Sinne eines historisch-kritischen Bibelverständnisses oder unter Berücksichtigung empirischer Forschung.
D.h.: Im Blick auf medizinische Forschung werden von solchen Außenseiter-Vertretern in der Regel keinerlei evidenzbasierte Studien im Sinn von Cochrane vorgelegt, sondern die eminenzbasierte Tradition unkritisch fortgeführt.
Darum sehe ich auch eine Zusammenarbeit mit WPATH derzeit kritisch und stelle die Frage im Blick auf den Begriff der “Entpsychopathologisierung”: Was genau versteht derjenige darunter, der diesen Begriff verwendet? Bedeutet Entpsychopathologisierung weiterhin eine völlige Abhängigkeit von Psychiatern und Psychologen  (die oft nicht evidenzbasiert sonder eminenzbasiert arbeiten)?
Beratungsangebote für transsexuelle Menschen finde ich hilfreich, solange nicht medizinische Maßnahmen wie eine Hormontherapie mit einer Art Automatismus daran gekoppelt sind, wie das bislang bei der Diagnose “Transsexualität” oder auch “Geschlechtsdysphorie” (gender dysphoria ist ein Lieblingsthema von K. Zucker!) der Fall ist.
D.h. warum sollte nicht eine Überweisung eines Hausarztes zum Endokrinologen ausreichen, wenn ein transsexueller Mensch eine Hormontherapie will?

Wer WPATH und eine Zusammenarbeit mit dieser Organisation befürwortet, den frage ich: Wie stark ist der Einfluß von Psychopathologisierern auf diese Organisation? Welche Rolle spielt z.B. Kenneth Zuckers Gedankengut und Einfluss bei WPATH? Welche demokratisch-legitimierten und evidenzbasiert-medizinischen Kontrollmechanismen gibt es bei der WPATH?

Exkkurs: Im Jahr 2014 ist Zucker einer der Organisatoren der WPATH Konferenz “Transgender Health…” im Bereich Erwachsene (Gender Dysphoria in Adolescents) – und so wundert es nicht, wenn auch sonst im Prospekt “Transgendered Mental Health Disparities.” auftaucht, und von “Cross-Sex-Hormones” gesprochen wird).
D.h. es gibt  auch 2014 in einem WPATH Prospekt keinerlei Anerkennung der Aussagen transsexueller Menschen von ihrem inneren Wissen um sich selbst (Dr. Haupt fasst das mit dem Begriff “Gehirngeschlecht” zusammen). Es fehlt im Konferenzprospekt eine kritische Reflexion von Begriffen, die man deshalb besser vergessen sollte… – stattdessen wird weiter davon ausgegangen, dass man das Geschlecht von Außen objektiv bestimmen kann und transsexuelle Frauen eigentlich psychisch kranke Männer sind, die “gegengeschlechtliche” Hormone brauchen… – oder was sonst ist der Grund für die Verweigerung eines kritischen Diskurses zu solchen Begriffen auf internationaler Ebene? Wo finden sich neurowissenschaftliche, evidenzbasierte Forschungsarbeiten  (die der Selbstwahrnehmung transsexueller Menschen aus deren Sicht besser entsprechen) bei der WPATH?

Kenneth J. Zucker ist als Befürworter von sogenannten reperativen Therapien bekannt, wie Prof. Dr. Lynn Conway in einem youtube Video und andernorts (z.B. auf Twitter) deutlich macht und wie in einer Petition kritisiert wurde. Eine Chronik der Auseinandersetzung zwischen Lynn Conway und K. Zucker findet man hier (in englischer Sprache) -darin wird auch sehr plastisch, wie Psychopathologisierung bis in die Gegenwart hinein durch angeblich objektive Wissenschaftler betrieben wird – und wem das nicht die Augen öffnet, der sollte im Blog von Dr. H. Haupt die Beiträge “Transsexuellensysteme”, “Medizin ohne Menschlichkeit” oder “Die Pathologisierung transsexueller Menschen beenden!” (alle in deutscher Sprache) lesen.. – zu Lynn Conway findet man im Bereich “english” mehr…

Fazit: Kritische Fragen sind mir wichtig. Ich selber vertrete die historisch-kritische Sichtweise der Bibel und im Blick auf die Medizin überzeugen mich nur klar evidenzbasierte Ansätze.

Allerdings scheinen Politiker in Deutschland bei der Frage, ob eine “Konsens-Medizin” sinnvoll ist, auch in anderen Bereichen nicht evidenzmedizinisch zu denken, wie der Bremer Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Norbert Schmacke vom Institut für Public Health und Pflegeforschung im Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen zeigt: “Nur der Gesetzgeber könne, fordert Schmacke, diese überkommene Tradition der Sonderbehandlung” beenden – und das sollte auch für den Bereich Transsexualität gelten…

Warum ist Transsexualität nicht heilbar?

Weil Transsexualität eine angeborene Normvariante des Hirngeschlechts darstellt. Das habe ich in vielen anderen Beiträgen hier im Blog verdeutlicht. Auch der Gesetzgeber hat das gesehen. Schon in den 1980er Jahren sprach er im Transsexuellengesetz  von dem “Zwang”, “entsprechend zu leben” (§1 Transsexuellengesetz). D.h. man kann als transsexueller Mensch diesem Zwang (ich rede lieber von Leidensdruck, der auf Grund der Differenz von Hirngeschlecht zum restlichen Körper entsteht) nicht ausweichen und dieser Zwang ist nicht heilbar.
Genauso wenig wie man andere angeborene Varianten “heilen” kann, macht es bei Transsexualität auch keinen Sinn und wer es doch versucht, wie der Psychiater John Money bei David Reimer, der erhöht den Leidensdruck bis hin zum Suizid und das ist unverantwortbar.

Transsexuelle Menschen sind also Menschen wie alle anderen auch, nur eben mit einer angeborenen Variante.
Theologisch bedeutet das: Transsexualität hat nichts mit dem freien Willen oder mit einer “Entscheidung” zu tun.

Und wer nach dem Thema “Sünde” fragt, dem muss man antworten: Lies einmal den Römerbrief Kapitel 1-3. Paulus kommt am Ende einer längeren Sinneinheit (in der es um die Frage geht, ob Judenchristen oder Heidenchristen irgendwie vor Gott besser dastehen im Blick auf Sünde) zu dem Schluß:

“Was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann.” (Röm 3,19-20) (Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers. Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1984)

und Paulus kommt deshalb zu dem Ergebnis:

“Sie” (die Menschen) “sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.” (Röm 3,23-24).
(Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers. Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1984)

Wer diese biblische Grundlage der Rechtfertigungslehre respektiert, der kann keine besondere Stellung für irgendwelche Gruppen von Menschen im Blick auf die Frage “mehr Sünder” oder “weniger Sünder” anerkennen und muss eine Unterscheidung von “Todsünden” und “lässlichen Sünden” ablehnen. Vielmehr wäre an das Wort Jesu vom “Splitter und Balken” (vgl. Mt 7) zu erinnern – d.h. anstatt über die Sünden anderer Menschen zu urteilen/richten, sollte man sich an die eigene Nase packen…

Es gibt Christen, die meinen, ich sei ein Anhänger einer “Gender-Mainstreaming Ideologie”  und würde deshalb solche kritischen Fragen stellen. Dazu folgende Klarstellung:
Ich habe mich nie für irgendwelche Ideologien begeistern können – egal, in welchem Gewand sie sich präsentieren. Ich trete für Werte ein, die ich in der Bibel finde – allen voran Liebe, Barmherzigkeit und Freiheit (deshalb ist mir der Galaterbrief des Apostels Paulus sehr wichtig). Meine Angleichung hat nichts mit irgendwelchen Vorgaben oder Einflüssen anderer Menschen / Ideologien zu tun, sondern ist Folge eines Inting (vgl. Dr. Haupt: Altdorfer Empfehlungen) und danach Coming Out-Prozesses. Wer im Laufe seines Lebens früher oder später merkt, transsexuell im Sinne der neuen Definition der Konferenz 2016 zu sein, der wird seinen Körper angleichen, weil man endlich weiss, warum man so ist und was man gegen den aus der transsexuellen Erfahrung heraus resultierenden Leidensdruck machen kann. Je nachdem, wie stark ausgeprägt weiblich oder männlich das Hirngeschlecht ist – oder eben mehr “dazwischen” (deshalb finde ich den Begriff “neurointersexuell” passend), wird diese Angleichung mehr oder weniger ausgeprägt stattfinden.

Was das Thema “Gender”, “Gender-Wahn” und “Genderkritik” betrifft empfehle ich den Aufsatz der Heinrich-Böll-Stiftung (Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie). Erschreckend, wenn man dort liest, dass es Versuche gab, Bücher aus Bibliotheken entfernen zu lassen (vgl. S.12). Das erinnert an Methoden von Diktaturen. Merkwürdig, wenn Journalisten solche Begriffe aufgreifen und damit zu geistigen Brandstiftern werden, in dem sie zu wenig über ihre eigene Sprache reflektieren – aber anscheinend ist alles, was Quote bringt, wichtiger als darüber nachzudenken, warum 1933 eine Mehrheit für eine bestimmte Ideologie abgestimmt hatte. Ironie on: Quotentechnisch gesehen war damals sicher mit entsprechenden Begriffen gut Geld zu verdienen… Ironie off.
Aber mit entsprechenden Begriffen wird eben gegen Bildungspläne mobilsiert und man kann damit Feindbilder aufbauen und Menschen polarisieren und aufhetzen. Im Blick auf Quote vielleicht sinnvoll – aus ethischer Sicht ist so ein Verhalten aber unverantwortbar.

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Kurz, prägnant und verständlich erklärt Prof. Konrad Schmid

was die Bibel ist bzw. wie man mit ihr umgehen sollte – zum Beispiel im Blick auf die Frage nach der Stellung der Frau (Behauptung 3) oder im Blick auf Homosexualität (Behauptung 4). Hier der Link zum gesamten Beitrag bei SRF… (wer zu “Konrad Schmid SRF googelt, wird noch weitere interessante Beiträge im SRF finden…)

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Das Wort zum Sonntag

von Pastorin Anette Behnken (27.6.2015) zum Thema “Frauen im Test” spricht mir aus der Seele im Blick auf die Frage nach der Vielfalt der Geschlechter und der Ebenbildlichkeit des Menschen. Mehr dazu in der Mediathek hier.

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Evidenzbasierte Arbeit im Bereich Transsexualität

ist das Ziel einer neuen Arbeitsgruppe. Worum geht es?

“Diese Gruppe ist Teil eines neuartigen und spannenden Projekts. Wir haben in Diskussionen mit vielen Trans-Aktivist_innen herausgefunden, dass sehr viel über transsexuelle Menschen geschrieben und gesprochen wird, ohne das transsexuelle Menschen beteiligt sind. So gibt es beispielsweise Arbeitskreise, in denen Sexologen sogenannte Guidelines zur “Behandlung von TS” erarbeiten. Es wird fremdbestimmt, über die Körper und Seelen transsexueller Menschen hinweg.

Deshalb ist es an der Zeit, dass transsexuelle Menschen die Entwicklung von Guidelines und Empfehlungen selbst in die Hand nehmen und dies nicht mehr Sexologen, Psychiatern oder Psychologen überlassen.

Hinzu kommt, dass im Bereich Transsexualität viel spekuliert wird, evidenzbasierte Grundlagen für sachgerechte Diskussionen fehlen dagegen weitestgehend. Um dies zu ändern sind (vor allem) Neurowissenschaftler an uns heran getreten und haben gefragt, ob wir bereit wären einen EbM-Arbeitskreis Transsexualität zu initiieren. Wir sollen herausfinden, was wirklich an echten Erkenntnissen im Bereich Transsexualität vorliegt und entsprechende Empfehlungen ausarbeiten.”

Seit heute ist die neue Website dieser Arbeitsgruppe online hier zu finden: http://www.trans-evidence.com.
Am Besten schauen sie sich dort einmal um.

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