Ein neuer Forderungskatalog ist entstanden,

dieses Mal in Teamarbeit verschiedener Gruppen, die sich bei der Trans*Aktiv Tagung im Waldschlösschen in der Nähe von Göttingen trafen. Als Vertreterin einer geheimen facebook-Gruppe war ich zusammen mit einer anderen Frau bei der Tagung dabei.

Wir haben dort eine gemeinsame Erklärung verabschiedet: Die Waldschlösschen-Erklärung. Sie ist hier als .pdf Datei für Adobe Acrobat Reader verlinkt zum download. Wer mehr zum Thema dieser Tagung, den bisherigen Vernetzungstreffen und den Hintergründen wissen will, möge bitte auf die hier verlinkte Internetseite sehen.

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Lehnen transsexuelle Menschen ihren Körper ab?

Manche Menschen meinen, transsexuelle Menschen seien “körperfeindlich” oder würden ihren Körper insgesamt ablehnen. Doch stimmt das?
Stellen sie sich vor, sie kommen in ein gewisses Alter, in dem es auf Grund der Alterung Gelenkschmerzen gibt. Sie haben die Wahl,

  • Muskeltraining zu machen oder
  • Schmerzmittel zu nehmen,
  • eine größere Operation (z.B. künstliches Hüftgelenk einbauen lassen) auf sich zu nehmen,

um den Leidensdruck zu mindern. Wahrscheinlich würde jeder Mensch in Ruhe abwägen, welche Schritte er unternehmen will und wann er/sie ggf. eine Operation durchführen möchte. Dazu wird derjenige sich mit Hilfe von Ärzten und Therapeuten über die Risiken und Nebenwirkungen aber auch Chancen der entsprechenden Verfahren/Medikamente/Trainingsmethoden informieren.
Hat derjenige deshalb eine körperfeindliche Einstellung, weil er/sie sich schließlich doch für eine Operation entscheidet, in der Hoffnung, seinen Leidensdruck deutlich zu vermindern? Haben Menschen, die Phantomschmerzen empfinden, deshalb eine körperfeindliche Einstellung?
Würde man so einem Menschen vorwerfen, die “Schöpfungsordnung” in Frage zu stellen, weil er sich mit dem Schmerz und Leidensdruck nicht abfinden will? Wer ist eigentlich der Verfasser der sogenannten “Schöpfungsordnung”? Warum kommt dieser Begriff so nicht in der Bibel vor? Sollte er Teil einer Philosophie sein, vor der man sich – laut Aussage der Bibel – hüten soll (vgl. Kolosser 2,8)? Warum kritisierte der berühmte Theologe der bekennenden Kirche – Prof. Dr. Karl Barth – mit deutlichen Worten den Begriff der Schöpfungsordnung?

Karl Barth: „Wer oder was erhebt diese Konstanten [des sozialen Lebens] denn nun eigentlich zum Gebot, zur verpflichtenden und bindenden Forderung [...]? Trieb und Vernunft? [...] Sitzen wir denn als >Glaubende< im Rate Gottes, um darüber Aufschlüsse zu haben und geben zu können? Kann der Anspruch, mit dem hier Einer und dort Einer auf Grund von Trieb und Vernunft mir nichts dir nichts >Schöpfungsordnungen< proklamiert, wie es ihm nach seiner liberalen oder konservativen oder revolutionären Gemütsverfassung gerade passt – kann diese Anspruch etwas Anderes bedeuten als die tumultuarische Aufrichtung des Papsttums irgend einer höchst privaten Weltanschauung?“ (Quelle: Lienemann W., Mathwig, F.; Schweizer Ethiker im 20. Jahrhundert, Zürich, 2005, S.98)

Vielleicht ist es kein Zufall, dass der Begriff der Schöpfungsordnung in der Zeit der NS-Diktatur Hochkunjunktur bei manchen Theologen hatte, die dem totalitären Regime gegenüber wenig kritisch waren, während Theologen der bekennenden Kirche diesen Begriff ablehnten?
Prof. Dr. Alfred de Quervain (1896 – 1968) war als reformierter Theologe Kritiker der NS-Ideologie zur Zeit der bekennenden Kirche und Mitglied der bekennenden Kirche. De Quervain bezieht den Herrschaftsbereich von Jesus Christus auf das ganze All, in dem Christus die das All dominierenden Mächte und Gewalten besiegt hat (vgl. Kol 1,16; 2,10.15; 1 Petr 3,22 usw..).
Ausgehend von der Herrschaft Jesu formuliert de Quervain eine scharfe Kritik an all den Erscheinungen, die

„Erlösung versprechen, aber nicht der dreieinige Gott sind“ (Lienemann, S. 121)

und nennt u.a.

„für Offenbarung gehaltene Schöpfungsordnungen (Blut, Rasse, Familie, Volk, Menschheit, Staat, Stände, religiöse Gemeinschaft, Individuum usw.)“ (ebd.)

Die Kernfrage ist also: Warum soll man überhaupt von “Schöpfungsordnung” sprechen, wenn der Begriff in der Regel bislang nur dazu diente, bestimmte Konzepte, Philosophien und Ideen als “göttlich legitimiert” auszugeben um damit anderen Menschen das Leben schwer zu machen? Der Apostel Paulus warnt im Galaterbrief ausdrücklich vor denen, die die Gemeinden in Galatien verführen wollen – zum Beispiel in Gal 4,9: “wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt?” (Lutherbibel 1984)

Paulus war die Freiheit, die Menschen durch den Bezug zu Jesus Christus (d.h. Taufe und Glaube) bekommen, ein zentrales Anliegen (wie es auch die Exodusgeschichte mit dem Auszug der Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens zeigt). Deshalb sagt er: “Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und laßt euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!” (Gal 5,1 – Lutherbibel 1984)

Diese Freiheit in Christus geht so weit, dass Paulus viele traditionelle Gesellschaftsstrukturen anders beschreibt, als es manche erwarten würden:

“Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.
Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.
Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.” (Gal 3,26-29 Lutherbibel 1984)
Zwar bedeuteten diese Gedanken des Paulus damals keineswegs eine Abschaffung der Sklaverei, aber viele Jahrhunderte entstand aus christlicher Überzeugung im Abolitionismus eine Bewegung, die Sklaverei und Ungleichbehandlung von Menschen stark kritisierte und den Gedanken der Freiheit und Gleichheit aller Menschen stark betonte. Doch erst im Grundgesetz, dass nach der Katastrophe der NS-Diktatur formuliert wurde, wurden diese Gedanken als Grundwerte rechtsverbindlich ausformuliert.
Zurück zur Frage oben: Vielleicht fragt sich der geschätzte Leser bzw. die Leserin, was Phantomschmerzen mit Transsexualität zu tun haben? Wer darüber mehr wissen will, sei auf die Aufsätze von V.S. Ramachandran verwiesen – mit der Suche nach “Ramachandran” findet man in diesem Blog mehr dazu. Ramachandran fand – entgegen der Erwartung – bei transsexuellen Menschen nach einer Operation, die im Verlauf der Transition durchgeführt wurde, dass sie in der Regel keine Phantomschmerzen haben – im Unterschied zu Menschen, die auf Grund eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung eine Amputation brauchten. Er fand heraus, dass für Körperteile bei jedem Menschen im Gehirn eine “body map” bzw. ein “body image” vorhanden ist, das festlegt, welche Körperteile vorhanden sein sollten und welche nicht. Transsexuelle Menschen haben – spätestens ab der Pubertät – eine Body map, bei der Körperteile als “fehlend” dargestellt, andere Körperteile als “nicht passend” und daher ergibt sich ihr Leidensdruck.

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Wenn Frauen verhüten wollen

gehen sie zum Hausarzt oder Frauenarzt und lassen sich die Pille verordnen (oder verhüten mit einem anderen Verfahren). Es gibt ein paar Informationen über mögliche Nebenwirkungen, ansonsten aber gibt es keinerlei Probleme oder bürokratische Hürden, Hormone (auf denen ja die Pille basiert) über Jahre hinweg per Rezept und Krankenkassenfinanzierung zu bekommen.

Update 3.8.2014: Dank Tinas Kommentar der Hinweis: Die Pille ist in der Regel keine Kassenleistung der GKV mehr (war es m.W. in den 1990er Jahren noch).

Seltsamerweise scheinen transsexuelle Frauen und transsexuelle Männer, die ebenfalls Hormone wollen bzw. dringend brauchen, um ihren Leidensdruck zu vermindern, einen anderen Status aus Sicht der Gesundheitspolitiker zu haben – wie erklärt man sonst, dass sie erst einmal zu einem Psychiater gehen müssen (meist bekommt man erst nach 2-3 Monaten einen Termin) und dann mindestens 6 Monate “Therapiebesuche” nachweisen müssen?
Diese Pathologisierung funktioniert rational logisch nur dann, wenn man meint, Geschlecht durch das Genital- bzw. Chromosomengeschlecht von Außen “objektiv” bestimmen zu können. Dass es dabei zu Fehlern kommt, zeigt sehr leidvoll die Geschichte intersexueller Menschen. Dass diese Form der Fremd-Geschlechtsbestimmung auf Grund der Beobachtung total schief liegen kann, zeigt aber auch all das, was zum Thema “Hirngeschlecht” seit 1995 an neurobiologischen Forschungen publiziert wurde.
Dr. Haupt hat in “Drei Jahre Altdorfer Empfehlungen – eine Bilanz” auf Seite 17 sehr plastisch und verständlich formuliert, wie Hirngeschlecht individuell ausgeprägt ist und damit den Aufsatz “Sie sind ihr Gehirn” weiter entfaltet und noch verständlicher formuliert.

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Gutes für Geist und Seele

gibt es bei unserer Bibelfreizeit, die nächste Woche beginnt. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich, da Zimmer von einem anderen Veranstalter abgesagt wurden.
Mehr zur Bibelfreizeit findet man hier.
Für diejenigen, die sich mit dem Glauben schwer tun, weil sie von fundamentalistischen Menschen Ablehnung erfahren haben, habe ich inzwischen einiges Material usw…
Transsexuelle Menschen verstoßen nicht gegen eine “Schöpfungsordnung”, denn schon Jesus wusste davon, dass es neben “Frau” und “Mann” im Sinne der Genesis noch etwas anderes gibt (vgl. Mt 19,12 in der Neuen Genfer Übersetzung). Mehr dazu auf Anfrage.

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Das Netzwerk “TTTT” ist

mit einem eigenen Blog gestartet. Mehr dazu hier.

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Kim Schicklangs Film “der Spalt”

und viele andere gute Informationen über Sie, die ATME und Transsexualität findet man in einem guten Interview des SWR von Bernd Lechler (18.6.2014), den man in der Mediathek nachhören kann. Dort wird auch auf einen Forderungskatalog der ATME verwiesen, den ich hier noch verlinken werde. Sie kritisiert ebenso wie ich die Gutachtenpraxis, den Therapiezwang usw…

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Forderungen

und Forderungskataloge transsexueller Menschen gibt es einige. Auf Grund einer Anfrage einer Journalistin geriet ich vor einigen Wochen in die Situation, meine Forderungen zu formulieren. Ich habe nun zusammen mit anderen transsexuellen Menschen einen Forderungskatalog (“Landshuter Modell”) erarbeitet, den ich zum download als .pdf hier verlinke.
Wer sich dem Katalog bzw. einzelnen Forderungen anschließen will, kann das gerne per Kommentar zu diesem Artikel tun und dort seinen Namen und ggf. Adresse eintragen – egal, ob derjenige Cis- oder transsexuell ist. Im Netzwerk TTTT wollen wir gemeinsam an Details dieses Katalogs weiterarbeiten bzw. den Brief von Dr. Maria Kohl, den ich in diesem Blog vor zwei Tagen veröffentlicht habe, unterstützen.
Wer Interesse an einer Mitarbeit für eine weitere Fassung dieses Katalogs (Update) hat, möge mir eine Nachricht über mein Kontaktformular auf http://www.familie-zwoelfer.de zukommen lassen bzw. mir per Facebook eine PN schicken.
Dorothea Zwölfer

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Dr. med. Maria Kohl schrieb

einen Brief an die Bundesärztekammer, in dem Sie etliche Forderungen aufstellte, die wir für bemerkenswert halten (z.B. Einordnung von Transsexualität in ICD-Q statt ICD-F). Ihren Brief darf ich mit Ihrer freundlichen Genehmigung hier zum download veröffentlichen.

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LGBTTIQ-Blogs und Webadressen

Da mir die Zusammenarbeit und der Kontakt zu anderen Menschen aus dem LGBTTIQ Spektrum wichtig ist, habe ich mich entschieden, eine Linkliste zu Blogs / Foren … anderer Menschen aus diesem Spektrum zu erstellen.
Ich selber verstehe mich als transsexuell bzw. transgeschlechtlich (nicht transgender) und möchte deshalb auch keine Urteile über Blogs, Foren von Menschen aus dem LGBTTIQ Spektrum machen, deren Erlebnishorizont/Selbstdefinition nicht mein eigener ist. Wenn hier ein Blog/Webadresse fehlt, sagt das deshalb nichts. Ich freue mich aber über Anregungen, diese Liste zu ergänzen und werde jede Anregung prüfen.

Homosexualität

  • Life Gone Crazy – Blog eines homosexuellen Studenten
  • Pinkfaithblog – Blog eines homosexuellen Christen, der 5 Jahre erfolglos versuchte, seine Homosexualität “wegzutherapieren”…

Transgender

 

Intersexualität

Queer

 

 

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Konversions-Therapien bei LGBT

werden von Fachleuten wie der Psychiaterin Dr. Lieselotte Mahler abgelehnt. In einem NDR Beitrag der Sendung Panorama zum Thema wird gezeigt, wie im Alltag trotzdem Mediziner solche Therapien anbieten und mit Abrechnungstricks auch Krankenkassen solche fragwürdigen Therapien mitfinanzieren.

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